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Rahmenbedingungen für mehr Wertschöpfung

Bürgermeister Jonas Becker besucht das Vetter-Werksgelände

gb Burbach. „Talentschmiede“ steht über dem Eingang des abgesperrten Bereichs mitten in einer der Produktionshallen derVetter Industrie GmbH im Burbacher Gewerbepark. Dort haben die Auszubildenden ein eigenes kleines „Reich“, in dem sie sich ausprobieren und ihre Fertigkeiten schärfen können. Die Ausbildung im eigenen Betrieb, so verrät es Unternehmer Arnold Vetter Bürgermeister Jonas Becker bei dessen Besuch des Werksgeländes, sei der beste Weg, um Fachkräfte früh und vor allem langfristig zu binden. „Die Ausbildung schafft eine tiefere Verbundenheit zum Unternehmen“, so seine Erfahrung. Wie viel Bedeutung man bei Vetter dem Thema Nachwuchskräfte beimisst, spiegelt sich in den Zahlen wider: Rund 30 junge Berufseinsteigerinnen und -einsteiger absolvieren aktuell ihre Ausbildung in über zehn Berufen an der Carl-Benz-Straße. Insgesamt beschäftigt der Produzent von Gabelzinken etwa 500 Mitarbeitende.

Das Ausbildungsprogramm und der weiterhin herrschende Fachkräftemangel sind nur zwei von mehreren Herausforderungen, die das weltweit agierende Unternehmen derzeit beschäftigen. Zwar bietet die Globalisierung viele Chancen mit neuen Märkten, die Zölle der USA auf Importprodukte sowie ein harter Preiskampf mit internationalen Wettbewerbern rütteln jedoch an der starken Marktposition von Produkten „made in Germany“. Der Wirtschaftsstandort Deutschland müsse wettbewerbsfähig bleiben, fordert Arnold Vetter. Dafür müsse die (Bundes-)Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Einer der größten Hemmschuhe in Deutschland und Europa: die überbordende Bürokratie.

Natürlich stelle man sich unabhängig von erforderlichen Gesetzesreformen als Unternehmen immer wieder neu auf, um sich auf dem Markt zu behaupten. Derzeit sei Cyber-Sicherheit ein großes Thema. Hier versuche Vetter immer up to date zu bleiben. Auch die Automatisierung wird sukzessive vorangetrieben, um Produktionsprozesse zu optimieren und den Fachkräftemangel aufzufangen. Aber: „Es wird immer die Fachkräfte brauchen, die die Anlagen warten und instand halten.“ Mechatroniker und Elektroniker beispielsweise würden für den Betrieb immer wichtiger. Darüber hinaus werde das Produktangebot immer weiter ausgebaut. Die Nachfrage nach Sonderprodukten habe in den vergangenen Jahren immens zugenommen und machten inzwischen 65 % des Portfolios aus. „Bedarfsgerechte Lösungen zeichnen uns aus“, weiß Arnold Vetter. In eineinhalb Jahren will er sich zurückziehen und die Firmenleitung dann vollständig an seinen Sohn Maximilian übertragen, der die Familientradition in bereits fünfter Generation fortführen wird. Arnold Vetter übergibt ein florierendes und zukunftsfähiges Unternehmen.

„Betriebe wie die Vetter Industrie GmbH zeigen, dass weitsichtiges Unternehmertum und solides Wirtschaften, aber auch mutiges Investieren in den Standort sowie die Bereitschaft, flexibel auf Marktentwicklungen zu reagieren ohne jedoch dabei von den Grundsätzen fairer Produktionsbedingungen für die Mitarbeitenden abzurücken, nach wie vor Erfolg haben kann“, erklärt Jonas Becker. „Gleichzeitig ist es entscheidend, dass Politik Rahmenbedingungen schafft, damit echte Wertschöpfung am Wirtschaftsstandort Deutschland und hier in Burbach weiterhin möglich bleibt. Hier sind vor allem Europa und der Bund gefragt. Die Möglichkeiten der Kommunen, ihre Unternehmen vor Ort zu unterstützen, sind stark begrenzt. Da, wo die Gemeindeverwaltung und die lokale Politik die Entwicklung unserer heimischen Betriebe positiv begleiten können, werde ich mich dafür einsetzen, entsprechende Entscheidungen zu treffen.“ Denn, der Bürgermeister abschließend: „Eine starke heimische Wirtschaft ist der Grundstein für eine erfolgreiche Gemeindeentwicklung.“

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