Weihnachtsgruß des Bürgermeisters
Liebe Burbacherinnen und Burbacher,
das zweite Jahr in Folge werden wir ein „anderes“ Weihnachten erleben. Allen Hoffnungen zum Trotz bestimmt das Corona-Virus nach wie vor unseren Alltag und wirft auch einen Schatten auf die kommenden Feiertage. Viele Familien und Freunde werden nicht in gewohntem Kreis miteinander feiern können. Einerseits, weil dieser Tage mehr Menschen an Covid-19 erkrankt sind als zur gleichen Zeit vor einem Jahr und sie unter Quarantäne stehen oder sogar medizinisch versorgt werden müssen. Andererseits, weil erneut Kontaktbeschränkungen gelten und sich darüber hinaus ein Riss durch die Gesellschaft zu ziehen droht.
Die Frage, ob geimpft oder ungeimpft, belastet häufig sogar Freundschaften, Beziehungen und Familien. Statt sachlich miteinander in den Dialog zu treten, statt sich mit möglicherweise unbequemen Positionen des Gegenübers ernsthaft und mit Respekt für die Ansichten des anderen auseinander zu setzen, wird der Andersdenkende oft vorschnell in Kategorien wie „unverantwortlicher Egoist“ auf der einen oder „staatshöriger Mitläufer“ auf der anderen Seite unterteilt. Es liegt an uns allen, diese aufreißende Wunde zu versorgen, sie mit zurückgewonnenem Vertrauen zu schließen und mit Verständnis und Respekt füreinander zu heilen.
Weihnachten ist das Fest der Liebe, der Versöhnung und der Hoffnung. Eine Besinnung auf eben jene christlichen Kernbotschaften ist angesichts der Einschränkungen dieser Tage umso wichtiger. Die Kraft, die aus ihnen erwachsen kann, kann helfen, den Herausforderungen des kommenden Jahres zu begegnen und sie – dessen bin ich gewiss – zu meistern. Was mich vor allem optimistisch stimmt? Das sind ganz viele von Ihnen, liebe Burbacherinnen und Burbacher – mit Ihrem Engagement, mit Ihrer Tatkraft, Ihrem Mitdenken und -wirken.
Gegenseitige Achtung und intensives Miteinander
Der Begriff Resilienz ist durch die verheerenden Starkregen dieses Sommers, die als Abzüge der dramatischen Bilder aus Ahrweiler im kollektiven Gedächtnis haften bleiben werden, in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Burbach ist von einer solchen Katastrophe – Gott sei Dank! – verschont geblieben. Doch Burbach hat sich 2021 auch auf ganz andere Art und Weise wieder einmal als resilient erwiesen. Die gesellschaftlichen Verwerfungen, die mit Fortdauern der Pandemie einhergehen, sind in unserer Gemeinde, so ist mein Eindruck, deutlich weniger zu spüren als andernorts. Die gute Nachbarschaft, gegenseitige Achtung, das intensive Miteinander und das Engagement füreinander haben in unseren neun Dörfern weiterhin Bestand. Das habe ich in vielen Begegnungen und Gesprächen erleben dürfen und in zahlreichen, trotz der erschwerenden Umstände erfolgreichen Projekten, Initiativen und Aktionen erkennen können:
Das Sprachcafé fand mit dem 1. internationalen Burbacher Kochbuch einen kreativen und vor allem integrativen Weg, den Lockdown sinnvoll zu nutzen. Der Verein Höebs Haus in Wahlbach sprang ein, als Schülerinnen und Schüler plötzlich ohne Praktikumsplatz zur Berufsorientierung dastanden und begeisterte sie für (Orts-)Geschichte und historisches Handwerk. Mit hohem Aufwand renovierte die Tafel Burbach eine alte Werkshalle am Wehrstück, wo die rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit Kurzem – endlich (!) – in angemessenen Räumlichkeiten Essen an Bedürftige ausgeben. Dies sind nur einige wenige Beispiele, die das gelebte Engagement und den Dienst am Nächsten in Burbach dokumentieren. Kleine Leuchtfeuer der Solidarität, die so wichtig sind. Das Ehrenamt, sowohl im Privaten als auch im Verein organisiert, hat sich gerade in den vergangenen Monaten einmal mehr als starkes Rückgrat unserer Dorfgemeinschaften erwiesen. Der Titel der sozial- und kultur-historischen Ausstellung als Herzstück der zum zentralen Begegnungsort umgebauten Alten Vogtei, die im Frühjahr 2022 eröffnet wird, hätte insofern nicht passender gewählt sein können: Gemeinsam Burbach!
Ich wünsche Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, eine gesegnete und friedliche Weihnachtszeit im Kreise Ihrer Familien – soweit dies möglich ist – und einen guten Start ins Jahr 2022.
Bleiben Sie engagiert, bleiben Sie hoffnungsfroh und vor allem: Bleiben Sie gesund!
Ihr
Christoph Ewers
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