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23.12.2022

Weihnachtsgruß des Bürgermeisters

Liebe Burbacherinnen und Burbacher,

als ich kürzlich über den gelungenen und fantastisch besuchten Lichterzauber gegangen und vielen von Ihnen, aber auch zahlreichen Gästen aus der Region begegnet bin, sah ich meine eigene Freude darüber, endlich wieder den Burbacher Weihnachtsmarkt besuchen zu können, überall in den Gesichtern der Menschen um mich herum gespiegelt. Schon beim Vogteifest und beim Römerkonzert war die allgemeine Erleichterung zu spüren, dass solche Veranstaltungen nach zwei Jahren Pandemie wieder möglich sind. Doch die Atmosphäre am 2. Adventswochenende war – so mein Eindruck – noch einmal besonders. Vielleicht, weil der „Budenzauber“ eben nicht die erhoffte Rückkehr zur Normalität bedeutete, die man sich gewünscht hätte. Im Gegenteil: Der Krisenmodus dauert an; nur die Ursachen sowie die Anzahl der Krisen haben sich verändert. Umso größer schien die Sehnsucht zu sein, die Sorgen des Alltags zu vergessen. Eine kleine Auszeit, ein Seelenstreichler in hektischen Zeiten.

2022 hat uns allen wieder einiges abverlangt. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat nicht nur eine Periode des Friedens in Europa beendet. Seine gesellschaftlichen wie politischen und wirtschaftlichen Folgen halten sich nicht an Ländergrenzen. Die Kämpfe toben zwar in Kiew, Charkiw, Mariupol und Odessa, die Auswirkungen aber sind in unserer vernetzten und globalisierten Welt europa- und weltweit spürbar: Ein neuer Flüchtlingsstrom hat eingesetzt. Die Abhängigkeit von russischem Gas schlägt sich in den Energiekosten jedes einzelnen Haushalts nieder. Die Inflationsrate hat mit einer Zunahme von 10,4% einen neuen Höchststand im vereinten Deutschland erreicht. Alte, überwunden gehoffte (ideologische) Differenzen zwischen östlicher und westlicher Hemisphäre entfalten wieder eine destruktive und destabilisierende Wirkung auf die Weltgemeinschaft. Darüber hinaus gilt es weiterhin die großen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern: den Klimawandel stoppen, dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

In Burbach dürfen wir, trotz der genannten Widrigkeiten, optimistisch bleiben. Wieder einmal haben Sie sich, liebe Bürgerinnen und Bürger, in der Ukraine-Krise als besonders hilfsbereit, mitfühlend, menschlich und pragmatisch gezeigt. Ich bin nach wie vor tief beeindruckt und bewegt, welche privaten Initiativen gestartet wurden und wie viel Wohnraum zur Verfügung gestellt wurde, um unsere europäischen Nachbarn einen sicheren Aufenthalt zu ermöglichen. Wieder einmal schlug in Burbach die Stunde des Ehrenamtes, das in unserer Gemeinde so vieles trägt, zusammenhält und bewegt. Dafür bin ich von ganzem Herzen dankbar! Und das alles zeigt mir: Die Gemeinschaften in unseren lebenswerten Dörfern sind intakt und geprägt von Solidarität, Verständnis, Offenheit und Nächstenliebe. Die vergangenen Monate sind nur das jüngste Beispiel dessen, was Burbach und seine Menschen ausmacht, und was mit der Dauerausstellung „Gemeinsam Burbach“ in der Alten Vogtei dokumentiert wird.

Apropos Alte Vogtei: Nach fünf Jahren aufwendiger Sanierung durften wir im August das historische Amtshaus endlich wiedereröffnen. Als Informations- und Veranstaltungsort sowie als Treffpunkt wird sie ein wichtiger Baustein für die weitere Stärkung des Gemeinsinns in der gesamten Gemeinde sein. Sie ist sicher ein Meilenstein, aber ebenso sicher kein Schlussstein der Entwicklung in Burbach. Am vergangenen Dienstag hat der Gemeinderat den Haushalt 2023 und somit Investitionen in die Zukunft in Höhe von über 13 Millionen Euro beschlossen. Eine gewaltige Summe für eine Kommune unserer Größenordnung. Wir statten weiter unsere Feuerwehren aus und investieren in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Die Planungen und der Umzug der Grundschule an den Standort Hellertalschule ist ein neues Leuchtturmprojekt, das wir nun vorbereiten und vorantreiben werden. Mit dem Skatepark Burbach und der Sanierung des Landhauses Ilse werten wir die Gemeinde weiter auf. Nach dem Neubau für die OGS in Niederdresselndorf wird nun in Holzhausen an der Grundschule angebaut, um optimale Betreuungsmöglichkeiten zu bieten. Wir warten nicht länger darauf, dass ganz Burbach irgendwann einmal an das schnelle Internet angeschlossen wird, sondern nehmen den Breitband-Ausbau selbst in die Hand. Ich könnte fortfahren, belasse es aber bei diesen Beispielen, deren Botschaft klar ist: Trotz anhaltender Polykrise darf Burbach zuversichtlich nach vorn blicken.

Hoffnungsvoll nach vorn blicken, in freudiger Erwartung sein – das ist das Versprechen der Adventszeit. Ich wünsche uns allen, bei aller Hektik und den Sorgen dieser Zeit Trost, Vertrauen und Zuversicht aus der weihnachtlichen Botschaft zu ziehen, aus der Liebe Gottes zu den Menschen, die sich in der Geburt Jesu offenbarte und sich in der Auferstehung, die wir an Ostern feiern, vollendete.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest, ruhige Feiertage im Kreise lieber Menschen und einen guten Start ins Jahr 2023.

Herzlichst,

Ihr Christoph Ewers

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