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20220827 BI Vogteifest 01
© Gemeinde Burbach 
20220827 BI Vogteifest 01
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31.08.2022

Vogteifest lockt in historische Ortsmitte

Wiedereröffnung der Alten Vogtei, Kunsthandwerkermarkt, Siegerland Classic und mehr

Burbach. Gelungener kann eine Premiere kaum sein. Die Wiedereröffnung der Alten Vogtei im Rahmen des 1. Burbacher Vogteifestes – viele werden die legitime Zählung des Museumsfestes fortsetzen, wonach es die 32. Ausgabe wäre – zauberte bei Gästen wie Organisatoren ein glückliches Lächeln auf die Gesichter. Noch während auf dem „Ollern“ ein kleiner Festakt für Ortsvorsteher, Vertreter der Heimatvereine, die Pfarrer der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinden sowie an der neuen Dauerausstellung „Gemeinsam Burbach“ beteiligten oder involvierten Personen stattfand, erkundeten die ersten Besucherinnen und Besucher, das denkmalsanierte Amtshaus vom Keller bis unters Dach. Es bewahrheitete sich, was Bürgermeiste Christoph Ewers in seinem Grußwort feststellte, dass es ein Tag sei, auf den „viel Bürgerinnen und Bürger aus Burbach gespannt und teilweise sehnsüchtig gewartet haben“.

Als der Bürgermeister und Volker Gürke als Vorsitzender des gastgebenden Heimatvereins Alte Vogtei Burbach das Vogteifest mittags dannoffiziell für eröffnet erklärten, da waren die Bierzeltgarnituren auf dem Vorplatz des zum Begegnungs-, Besucher- und Erlebniszentrum umgebauten Fachwerkgebäudes bereits bis auf den letzten Platz gefüllt. An den Grillständen standen die Menschen für Bratwurst und Steak an, vor dem Backes für leckere Suppe. Übertroffen wurden die Wartezeiten in der Schlange, die zum begehrtesten Gut des Wochenendes führten: zu den Deggelsbläddze (oder Däggelsblädze – hier scheiden sich die Geister) des Heimatvereins vor Haus Herbig. Die lokale Presse sprach von 1,4 Tonnen Kartoffeln, die per Hand für jene Leckerei geschält wurden, die zum Museums- … nein … Vogteifest gehört wie das 1698 erbaute Gebäude selbst.

Deggelsbläddze im Bauch, Architektur im Fokus

Mit gefüllten Bäuchen kam am Nachmittag die „zweite Welle“, die durch die einst vertrauten und heute so neue erscheinenden Flure und Räume der Vogtei schwappte. Trotz der architektonischen Klarheit hat das Amtshaus von seinem urigen Charme kaum etwas eingebüßt. Ja, durch einen gewissen Purismus wirkt das ehemals vollgestopfte Haus durchaus modern, und dennoch wird die historische Bausubstanz respektvoll in Szene gesetzt und erfährt eine völlig neue Wertschätzung. In seinem Grußwort war dem Architekten Prof. Swen Geiss seine Begeisterung für dieses Projekt in jedem Satz anzuhören. Ebenso wie der mitschwingende (und berechtigte) Stolz auf das Ergebnis des insgesamt sieben Jahre währenden Prozesses. Und selbst jene Burbacherinnen und Burbacher, die den Treppenturm mit Aufzug weiterhin ästhetisch infrage stellen, haben in Gesprächen mit dem Wuppertaler Architekten oder Vertretern des Heimatvereins und der Gemeinde ein Verständnis für dessen gestalterische Idee entwickeln können, die in der Montangeschichte des Siegerlandes begründet liegt.

Wer auf der Erkundungstour durch die Räume sowie die kultur- und sozialhistorische Ausstellung „Gemeinsam Burbach“ am Ende die Zehntscheune durch die entfachte Erlebnisschmiede verließ, tauchte sogleich in die kreative Vielfalt des Kunsthandwerkermarktes auf der Ginnerbach ein. Statt 08/15-Ware gab es hier tatsächlich Außergewöhnliches und Schönes aus Holz, Glas und Textilien zu erwerben.

Nachdem am Samstag der Burbacher Flamenco-Gitarrist Bino Dola den Festakt auf dem „Ollern“ mit einer Kostprobe eines Könnens bereicherte, sorgte nach der Mittagspause das Duo „KlaMotte“ für Stimmung vor der Vogtei. Der Bollnbacher Musikverein aus Herdorf ist am letzten Augustwochenende inzwischen gern gesehener und gehörter Dauergast in Burbach und enttäuschte auch dieses Mal nicht. Auch Burbacher Musikvereine wie der Posaunenchor und der MGV waren mit von der Partie, ehe sich die Beselich Basin Street Band unters Volk mischte. Dort waren nachmittags auch Stelzenläufer als Walking Act zu treffen.

Kulturbüro und Familienbüro präsentierten sich in der Römerpassage

Für ein wenig Entzerrung in der historischen Ortsmitte sorgten in der Römerpassage das Kulturbüro mit der Ausstellung „Lichtzeichnung II“ von Susanne Skalski (kann noch bis 18. September besucht werden) in der neuen Römergalerie sowie mit Bücherflohmarkt und Mitmachkunst und das Familienbüro mit vielerlei Angeboten für die jungen Vogteifest-Gäste und deren Eltern. Beide Einrichtungen der Gemeinde freuten sich über ein reges Interesse der Bürgerschaft.

Zum großen Finale reihten sich dann am Sonntagnachmittag auf der gesperrten Jägerstraße über 100 glänzende Old- und Youngtimer für die Zieleinfahrt der Siegerland Classic auf, die am Morgen vom Autohof in Wilnsdorf aus auf ihre 180 km lange Reise gestartet waren. In Burbach erlebten die Fahrer ein begeistertes Publikum, das Spalier stand und beiden Veranstaltungen einen krönenden Abschluss verschaffte.

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