Vertrauensvolle Ansprechpartner in den Rathäusern
Zehn Jahre Senioren-Service-Stellen im südlichen Siegerland
Senioren-Service-Stellen sind wichtige Anlaufstellen für ältere und pflegebedürftige Menschen sowie deren Angehörige. Vor zehn Jahren wurden sie im Rahmen der Zukunftsinitiative „Leben und Wohnen im Alter“ in allen kreisangehörigen Städten und Gemeinden eingerichtet. Die Seniorenberaterinnen im südlichen Siegerland, Birgit Meier-Braun, Bettina Großhaus-Lutz und Jutta Schmidt, arbeiten in vielen Belangen eng und sehr erfolgreich zusammen. Da im vergangenen Jahrzehnt, viele hundert Seniorinnen und Senioren von diesem engagierten Angebot profitiert haben, feierten die drei Gemeinden Burbach, Neunkirchen und Wilnsdorf ihren runden Geburtstag jetzt gemeinsam bei einem Stück Geburtstagstorte.
Bei einem Glas Sekt und einem Stück Kuchen ließen die Verwaltungschefs und Seniorenberaterinnen der drei Gemeinden die Entwicklung der letzten zehn Jahre Revue passieren. Im vierten Quartal 2007 öffneten im Kreis Siegen-Wittgenstein elf Senioren-Service-Stellen. Als zentrale Anlauf- und Vermittlungsstelle in jeder Stadt bzw. Gemeinde haben sie seitdem die Aufgabe, als Bindeglied zwischen den Beratungsaktivitäten des Kreises und den Kommunen zu fungieren. Ältere und pflegebedürftige Menschen, aber auch deren Angehörigen, finden in den kommunalen Einrichtungen kompetente und vertrauensvolle Ansprechpartnerinnen für Fragen rund ums Alter und Älterwerden.
„Als die Senioren-Service-Stellen ihre Arbeit aufnahmen, war das Interesse der älteren Bürgerinnen und Bürger noch recht zurückhaltend“, erinnert sich die Neunkirchener Seniorenberaterin Bettina Großhaus-Lutz. Um den Bekanntheitsgrad der neuen Einrichtung im Rathaus zu erhöhen, ging die Sozialpädagogin auf ihre Zielgruppe zu, besuchte Seniorenrunden und Frühstückstreffs. Auch ihre Kolleginnen in Burbach und Wilnsdorf wurden initiativ und referierten über seniorenspezifische Themen. Seit dem füllen sich ihre Büros regelmäßig mit Senioren, die qualifizierte Hilfe erwarten können.
Wer versorgt mich, wenn ich auf Hilfe angewiesen bin? Wer kauft für mich ein? Und wie komme ich zum Arzt? Wo gibt es seniorengerechte Wohnungen? Oft sind es Fragen zur Alltagsbewältigung, mit denen die Seniorenberaterinnen konfrontiert werden. Hier informieren die Senioren-Service-Stellen über Hilfsangebote. Wohnen die Angehörigen im Haus, haben die Seniorenberaterinnen die Telefonnummer von Entlastungsdiensten zur Hand, auch Besuchs- und Begleitdienste können vermittelt werden.
Den älteren Menschen ist es zumeist ein großes Anliegen, möglichst lange selbständig und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben. Zugleich steigt die Zahl der allein lebenden Menschen kontinuierlich an. „Unser Beratungsangebot reicht von der Vermittlung von Fahr- oder Besuchsdiensten bis zur Unterstützung beim Beantragen einer Pflegestufe“, erläutert Jutta Schmidt, Seniorenberaterin in Wilnsdorf. Auch wenn sich die häusliche Situation durch eine Krankheit oder einen Unfall plötzlich ändert, sind die Mitarbeiterinnen der Senioren-Service-Stellen gefordert, mit einer schnellen Lösung auf die neuen Herausforderungen zu reagieren.
Das Angebot hat sich im Lauf der vergangenen zehn Jahre den Bedürfnissen der Senioren angepasst: „Die Freizeitgestaltung war anfangs ein großes Thema“, weiß Großhaus-Lutz. Die drei Kommunen boten Fahrsicherheitstrainings an und informierten in Kooperation mit der Polizei über Sicherheitsmaßnahmen in Haus und Wohnung. Eine ganze Reihe verschiedener Vorträge und Veranstaltungen wurden organisiert. „Inzwischen sind Fragen rund um das Pflegestärkungsgesetz und die Finanzierung der Pflege in den Vordergrund gerückt“, erklärt ihre Wilnsdorfer Kollegin. Angehörige, Nachbarn oder die Betroffenen selbst möchten über die Leistungen der Pflegeversicherung informiert werden und wissen, welche Unterstützung sie erwarten können.
Neben der persönlichen Beratung bieten die Seniorenberaterinnen ein vielfältiges Kommunen übergreifendes Vortragsangebot an: Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, Demenz oder seniorengerechtes Wohnen werden darin thematisiert. Alle drei Gemeinden haben eine Taschengeldbörse, bieten regelmäßig Gedächtnistraining an und führten vor kurzem Notfallpässe und –dosen ein. Zum 3. Mal wurde im vergangenen Jahr ein gemeinsamer Seniorenwegweiser mit allen wichtigen Kontakten und Informationen herausgegeben. „Daneben gibt es in allen drei Gemeinden individuelle Angebote, die vom Rollator- oder Demenztag über Demenzführungen bis zu der Veranstaltungsreihe „Geborgenheit im Alter“ reichen“, erläutert die Burbacher Seniorenberaterin Birgit Meier-Braun.
Angesichts der demografischen Entwicklung ist es uns wichtig ein zukunftsfähiges Angebot für die Menschen in unseren Kommunen vorzuhalten“, so Christa Schuppler, Bernhard Baumann und Christoph Ewers, die Verwaltungschefs aus Wilnsdorf, Neunkirchen und Burbach. Um die Bedarfe der Seniorinnen und Senioren zu ermitteln, werden in den Kommunen regelmäßig Befragungen unter den Seniorinnen und Senioren durchgeführt. So können die Verwaltungen schnell reagieren.
Seit zehn Jahren finden in den Senioren-Service-Stellen Tag für Tag zahlreiche beratende und informative Gespräche statt. Mit den Seniorenberaterinnen hat jede Anlaufstelle ein Gesicht bekommen. Die Vernetzung innerhalb der drei Kommunen funktioniert vorbildlich. Durch den regelmäßigen Austausch können die Angebote ständig optimiert werden. Die Bürgerinnen und Bürger schätzen das persönliche und vertrauensvolle Verhältnis während der Beratungssituation und darüber hinaus. „Die Senioren-Service-Stellen haben während der vergangenen zehn Jahre an Dynamik gewonnen und sind zweifellos ein Erfolgsmodell“, sind sich die Verantwortlichen einig.
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