Verrückt? Na und!
Reselve klärt Achtklässler über psychische Erkrankungen auf
Burbach. Psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen stehen seit Corona besonders im Fokus. Das heißt nicht, dass es vorher keine psychischen Erkrankungen in den jungen Altersgruppen gab. Die Reselve gGmbH in Siegen und Olpe begleitet schon länger Menschen verschiedener Altergruppen im Rahmen medizinischer Rehabilitation, in den Tagesstätten Siegen und Kreuztal oder bspw. dem Integrationsfachdienst oder der beruflichen Rehabilitation. Reselve steht für „Rehabilitation seelisch verletzter Menschen“. Mit dem Programm „Verrückt? Na und!“ gibt es ein Angebot passend zugeschnitten auf junge Menschen. Die Reselve hat Mitarbeiter gezielt über Irrsinig Menschlich e.V. geschult, um dieses Programm an den Schulen durchzuführen. Der Verein Irrsinnig Menschlich begeistert seit 20 Jahren junge Menschen mit Präventionsangeboten zur psychischen Gesundheit. Jetzt war das „Verrückt? Na und!“-Team zu Gast in der Gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach und besuchte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 zu einem Workshop. Andrea Usung vom Familienbüro Burbach hatte das Projekt iniitiert und konnte sich an einem Tag über das Programm und die Arbeit der Reselve mit den Teenagern informieren.
Es war der erste Workshop seit zwei Jahren – Corona hatte jegliche Veranstaltungen in den Schulen ausgebremst. Die Freude bei den Reselve-Mitarbeitern Jana Nagel, Sebastian Hamers und Reiner Stephan war entsprechend groß, wieder direkt mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten. Darüber hinaus kamen im Rahmen des dreitägigen Workshops auch Silvia Stoitner vom Kinderschutzbund und Ricarda Althaus vom Sozialpsychiatrischen Dienst (SPDi) nach Burbach. Für die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern hat die Reselve Siegen über Irrsinnig Menschlich Personal, das im psychiatrischen Kontext arbeitet, sowie selbst Betroffene für das Projekt „Verrückt? Na und!“ an zwei Schulungstagen und durch Hospitationen bei erfahrenen Workshopleiterinnen und -leitern geschult. Gern können sich interessierte Schulen bei Sebastian Hamers melden, um das Team auch an die eigene Schule zu holen.
Anlaufstelle und Netzwerker
Dass die Hilfe zum einen notwendig ist und zum anderen tatsächlich ankommt, zeigen die Gespräch während und nach den Workshops. „Oft kommen Schülerinnen und Schüler auf uns zu und berichten, dass sie selbst Probleme haben oder jemand aus der Familie. Hin und wieder wurde bereits eine psychische Erkrankung diagnostiziert“, sagt Reiner Stephan. „Hier können wir unterstützen. Das ,Verrück? Na und!‘-Team gibt Tipps, an wen man sich wenden kann.“ Manchmal bringen Reiner Stephan und seine Kolleginnen und Kollegen die Jugendlichen direkt mit Lehrern ins Gespräch, die dann ihrerseits weitere Hilfe anbieten können.
Für die Jugendlichen ist es häufig schwer, sich mit dem Thema auseinander zu setzen bzw. darüber zu sprechen. Auf die Frage, mit welchen Erwartungen sie an dem Workshop teilnehmen, bleiben die Schülerinnen und Schüler zurückhaltend. Er hoffe, Impulse geben zu können, versucht Reiner Stephan dann das Eis zu brechen. Darüber hinaus vermittelt er auch ganz allgemeines Wissen zum Thema psychische Gesundheit, das auch für nicht direkt Betroffene interessant ist.
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20211206 PM Verrückt na und - Reselve-Worshop in der GMS Burbach » 2.4 MB
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