Strom- und Gasnetze nun wieder in kommunaler Hand
Gemeinde Burbach beteiligt sich an Netzgesellschaft
Ein ehrgeiziges und anspruchsvolles Projekt war es, ich bin aber froh, dass wir diesen Weg mitgegangen sind“, kommentiert Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers die Gründung der Netzgesellschaft NSG. Sie ist Eigentümerin der Strom- und Gasnetze in Netphen, Bad Laasphe, Hilchenbach und auch Burbach. Seit 2013 verfolgten die genannten Kommunen das Ziel, die Strom- und Gasnetze zu rekommunalisieren. Zum 1. Juli konnte durch die Gründung der Gesellschaft das Projekt zum Abschluss gebracht werden. Damit liegen die Netze wieder zur Mehrheit in kommunaler Hand, denn zu 51 Prozent ist eine Netzbeteiligungsgesellschaft, die NSBG, Anteilseigner an der NSG. Die anderen 49 % werden vom Energieversorger RWE gehalten. Die NSBG ist eine Gesellschaft bestehen aus vier kommunalen Gesellschaften. Für die Burbacher Seite kaufte die Vermögensverwaltungs- und Betriebsgesellschaft die entsprechenden Anteile auf.
Ausgehend von auslaufenden Konzessionsverträgen hatten sich einige Kommunen die Frage gestellt, welche Alternativen zum Abschluss neuerlicher Verträge bestehen. Nach Sondierungsgesprächen und sich anschließendem Markterkundungsverfahren hatte sich gezeigt, dass die Gründung einer Eigentumsgesellschaft zusammen mit einem strategischen Partner eine mögliche Option darstellt. Dadurch wurde den Kommunen der anteilige Netzerwerb ermöglicht. „Der Netzbetrieb sollte sodann im Wege eines Pachtmodells durch den strategischen Partner erfolgen“, so Christoph Ewers. Das Pachtmodell wird dadurch gekennzeichnet, dass der Netzeigentümer, eine gemeinsame Gesellschaft der Kommunen mit einem strategischen Partner, das Netz zur Bewirtschaftung an einen qualifizierten Netzbetreiber (strategischen Partner) verpachtet und als Gegenleistung für die Dauer des Pachtvertrages einen festgelegten Pachtzins erhält. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass aus den Pachtzinszahlungen des Netzbetreibers die Refinanzierung des anteiligen Netzerwerbs der Kommunen erbracht werden kann.
Für Burbach bedeutet dies aus längerfristiger Sicht eine Verbesserung des Vermögenszuwachses bei den Strom- und Gasnetzen. „Damit wird in den Erhalt der Versorgungsinfrastruktur investiert und diese dauerhaft gesichert. Außerdem können wir darauf einwirken, wo zukünftig welche Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden.“ Auch für die kommunale Vermögens- und Betriebsgesellschaft, die sich unter anderem auch um den Betrieb der Römer-Passage kümmert, bedeutet dies eine Verbesserung der Finanzausstattung. „Wir können Rücklagen bilden und damit an anderer Stellen Investitionen tätigen“, erklärt Kämmerin Kirsten Herr. Zusätzliche Einnahmen erwartet sie auch durch die Gewerbesteuerzahlungen der NSBG und aus Rückführungen an die Gemeinde Burbach.
An der Energieversorgung mit Strom und Gas ändert sich nichts. „Wir haben nur die Anteile an den Netzen zurückgekauft und treten nicht als Versorgungsträger auf, von dem Energie bezogen werden kann“, macht Christoph Ewers abschließend deutlich.
Kontakt
Pressestelle
Eicher Weg 13
57299 Burbach
Telefon: 02736 45-22
Fax: 02736 45-9922
E-Mail oder Kontaktformular
