Vogteifest begeistert bei 35. Auflage
Gelungenes Festwochenende im historischen Ortskern
gb Burbach. Zum Vogteifest ist das Wetter immer schön, heißt es unter Burbacherinnen und Burbachern. Die Prognose für die 35. Auflage der Veranstaltung des Heimatvereins Alte Vogtei Burbach hingegen war nicht gerade „heiter bis sonnig“. Zusätzlich hatte die Verkeimung des Burbacher Trinkwassers bereits im Vorfeld einen Schatten über das Event gelegt. Doch zum Glück kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Pünktlich zur Eröffnung des Festes strahlte nicht nur die Sonne vom Himmel, auch das Gesundheitsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein konnte auf Grundlage der wiederholt negativen Beprobung am Samstagmorgen Entwarnung geben und das Abkochgebot für Burbach, Wahlbach und Würgendorf nach mehr als zwei Wochen aufheben.
Entsprechend gelöst war die Stimmung zum Auftakt. Am Brunnen versammelten sich Volker Gürke, Vorsitzender des Heimatvereins, Nachtwächter Bartholomäus alias Harald Molzberger und „Hirte“ Werner Kreutz, der mit seiner Trompete zur Begrüßung blies. „München hat sein Oktoberfest, Köln hat den Karneval, Siegen feiert das Stadtfest und Burbach hat sein Vogteifest“, stellte Bürgermeister Christoph Ewers die Veranstaltung augenzwinkernd, aber auch selbstbewusst in eine Reihe mit anderen Großevents. Zu dem Zeitpunkt hatte sich bereits eine Schlange vor dem Däggelsbläddze-Verkauf gebildet. Einmal mehr rauchte es aus den Schloten der zehn kleinen Eisenöfen vor Haus Herbig, auf denen die fleißigen Helferinnen und Helfer des Heimatvereins die Kartoffelleckereien im Akkord zubereiteten. Für Christoph Ewers war es seine letzte Vogteifest-Eröffnung als Bürgermeister. Nach 22 Jahren im Amt tritt er nicht erneut bei der Kommunalwahl am 14. September für eine Wiederwahl an. Er versprach aber, 2026 als Gast wiederzukommen. Auf mehrfachem Zuruf aus dem Publikum stellte er auch sein Engagement hinter dem Tresen im Bierrondell in Aussicht.
Bei Däggelsbläddze, Bratwurst, Steakbrötchen, einem frischgezapften „kühlen Blonden“ oder anderem Kaltgetränk sowie stimmungsvoller Livemusik füllte sich der Vorplatz der Alten Vogtei schnell. In der Ginnerbach luden Kunsthandwerker zum Flanieren und Stöbern ein. Auch in der Remise im Haus Dilthey gab es Dekoratives und außergewöhnliche Wohnaccessoires zu bewundern. Am Nachmittag sorgte ein Menschenkickerturnier auf der Jägerstraße für Mordsspaß. In der Erlebnisschmiede in der Zehntscheune ließen die Schmiedejungs des Heimatvereins die jungen Vogteifest-Gäste unter Anleitung selbst den Hammer schwingen. Dabei entstanden schöne Erinnerungsstücke. Abends öffnete das COCH*, wo die Festgäste mit langem Atem bis zu später Stunde den ersten Tag ausklingen ließen.
Nach dem Gottesdienst ging es Sonntagmorgen fröhlich weiter. Nachdem der Bollnbacher Musikverein am Samstag in ihrer kleineren Obersteiger-Besetzung den Takt angaben, rückten die Herdorfer am zweiten Festtag buchstäblich mit der gesamten Kapelle an. Während es sich Mamas und Papas sowie Omas und Opas beim Frühschoppen und ausgedehnten Mittagessen gutgehen ließen, ließen sich die jungen Gäste in der Alten Vogtei beim Kinderschminken bunt bemalen. Verzaubert wurden die Mädchen und Jungen (und auch manche Erwachsene) auch von Christiane Alles, die mit ihren Auftritten und spektakulären Aktionen die Jägerstraße in ein Seifenblasenwunderland verwandelte.
Abschließender Höhepunkt des Vogteifestes war einmal mehr die Zieleinfahrt der Siegerland Classic auf der Jägerstraße. Über 100 Old- und Youngtimer bildeten diesmal das „rollende Museum“, darunter mit einem 1913er Hupmobile auch ein über 100 Jahre altes Schätzchen sowie zwei 1931er Bentleys. Die Parade - wie immer vor der Kulisse des historischen Burbacher Ortskerns - sorgte nicht nur bei autoaffinen Gästen für Staunen und große Augen.
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