Neuer Schwalbenturm für Burbach-Lützeln
gb Lützeln. Im vergangenen Jahr konnten durch das Projekt „Burbachs artenreiche Nachbarschaft“, gefördert von der Hering-Stiftung Natur und Mensch, in Kooperation mit der Gemeinde Burbach bereits zwei Schwalbentürm in Gilsbach und Lippe aufgestellt werden. Nun soll ein dritter Schwalbenturm in Lützeln folgen.
In unserer Region kommt die Mehl- und die Rauchschwalbe vor. Die beiden zu den Singvögeln gehörenden Schwalbenarten sind schon seit Jahrhunderten eng an den Menschen gebunden. So baut die Mehlschwalbe ihre Nester an die Außenfassade von Gebäuden, wohingegen die Rauchschwalbe Ställe und Scheunen für den Nestbau nutzt. Wie stark die Bindung auch einst von Seiten des Menschen war, kommt in einigen Bauernregeln zum Ausdruck. So zeigt der Ausspruch "Bauen im April die Schwalben, gibt's viel Futter, Küh und Kalben" wie sehnlichst die Schwalben im Frühjahr von ihrer Afrikareise erwartet wurden. Am Ende des Schwalbenjahres besiegelt hingegen der Ausspruch "Maria Geburt fliegen die Schwalben furt (8. September)" das Ende des Sommers. Zudem sind die Schwalben willkommene Jäger von Mücken, Fliegen und Blattläusen, die sie mit rasanten Flugmanövern aus der Luft fangen. Je nach Witterung befinden sich die fliegenden Insekten in verschiedenen Lufthöhen, weshalb Schwalben auch als "Wetterpropheten" gelten.
Seit einigen Jahren sind die Bestandszahlen der Mehl- und Rauchschwalbe jedoch rückläufig. So hat der Brutbestand der Mehlschwalbe in NRW seit den 1990er-Jahren um rund 40 % abgenommen. Hauptgründe für den Rückgang sind der Mangel an Baumaterial (Lehm) für die Nester durch die Verschotterung und Versiegelung von unbefestigten Wegen und Flächen sowie der zunehmende Nahrungsmangel durch den massiven Rückgang von Fluginsekten. Auch eine fehlende Akzeptanz der Bevölkerung für Mehlschwalben am Gebäude trägt zu einem Rückgang dieser Art bei.
Zur Förderung der Mehlschwalbe können künstliche Nester an der Fassade von Gebäuden oder wie in Gilsbach und Lippe an einem Schwalbenturm angeboten werden. Hier findet der ausgeprägte Koloniebrüter zahlreiche bezugsfertige Nistmöglichkeiten. Diese Unterstützung macht jedoch nur dort Sinn, wo in direkter Nähe noch eine Schwalbenkolonie vorkommt. Glücklicherweise ist das noch in allen Ortschaften in Burbach der Fall, so auch in Lützeln. Hier sollen die Mehlschwalben noch im Laufe dieses Jahres in Kooperation mit der Gemeinde Burbach einen eigenen Schwalbenturm auf der Gemeindefläche zwischen Spieleplatz und altem Feuerwehrgerätehaus bekommen.
Bereits im kommenden Jahr können die Mehlschwalben die Nester beziehen und dann auch in Lützeln ihren Nachwuchs großziehen.
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