Kaffee trinken und Deutsch üben
Burbacher Sprachcafé öffnete Türen
Einen Ort schaffen, an dem Burbacher und Geflüchtete miteinander in Kontakt kommen können, das ist das Ziel des Sprachcafés, das vor kurzem in den Räumen der Ev. Gemeinschaft feierlich eröffnet wurde.
Bürgermeister Christoph Ewers begrüßte die Gründung des Sprachcafés sehr und drückte seine Hoffnung aus, dass dieser Ort der Begegnung dazu beiträgt, dass Migranten hier Fuß fassen und gerne in Burbach leben. Vertreter von Heimatverein, Volkshochschule, Grundschule Burbach, Evangelischer und Katholischer Kirche und des CVJM folgten der Einladung zu der Eröffnungsfeier.
Initiator des Sprachcafés ist der „AMIN-Kreis“: AMIN steht für „Arbeitskreis Migration und Integration“, ein Arbeitskreis der Deutschen Evangelischen Allianz. Der Burbacher Ableger von AMIN wurde vor eineinhalb Jahren gegründet. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind vor allem in folgenden Bereichen im Einsatz: Begleitung zu Arzt- und anderen Terminen, Ausfüllen von Überweisungsträgern und Formularen, Telefonanrufe bei Behörden, Hausaufgabenhilfe, Begleitung und Beratung bei Einkäufen usw. Etwa einmal im Monat wird eine gemeinsame Unternehmung organisiert, so gab es beispielsweise im September einen Ausflug mit 25 Personen in einen Tierpark und im Oktober einen Flohmarkt für Winterkleidung.
Wie kann die Begleitung der Migranten langfristig sinnvoller organisiert und auf eine breitere Basis gestellt werden? Matthias Seipel vom AMIN-Kreis fasst das Ergebnis der Überlegungen so zusammen: „Wir brauchten einen zentralen Treffpunkt in Burbach, der auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist.“ Dieser Ort wurde nun im Gassenweg 28 gefunden.
Das Konzept des Sprachcafés besteht aus zwei Teilen, dementsprechend wurden auch zwei Räume angemietet: Im ersten Raum ist das „Café“ angesiedelt, hier kann man einfach Zeit miteinander verbringen, Gesellschaftsspiele machen, Probleme bereden und zusammen lachen. Zu den Stamm-Mitarbeitern des Cafés gehören Werner Riderer und Damaris Seipel, die ihr Vorhaben so beschreiben: „Wir schaffen eine entspannte Atmosphäre und sind einfach für die Leute da, die kommen. Wenn jemand ein Formular ausfüllen muss, wenn jemand Hausaufgabenhilfe braucht, wenn jemanden ein kaputtes Gerät mitbringt, oder einen gebrauchten Kinderwagen sucht ... wir versuchen zu helfen. Und wenn wir nicht helfen können, dann erleben die Leute zumindest, dass sie mit ihren Sorgen nicht alleine sind!“ Susanne Riderer, Koordinatorin der Flüchtlingshilfe in der Gemeinde Burbach, ergänzt: „Ein weiteres Ziel ist es, dass Migranten selbst in die Mitarbeit hineinwachsen, das Sprachcafé aktiv mitgestalten und es zu einer echten Teilhabe kommt.“
Im zweiten Raum findet der Deutschunterricht statt: Für Neuankömmlinge ohne Deutschkenntnisse, die auch noch keinen Platz in einem Integrationskurs haben, wird ein Anfängerkurs angeboten. Die erste Lektion startete am 15. November. Für andere, die schon Deutsch können und ihre Sprechfähigkeit verbessern möchten, gibt es eine oder je nach Bedarf zwei weitere Lerngruppen. Der Bereich Sprachunterricht wird von Uschi Lautenschlager koordiniert. „Wir möchten, dass unsere Besucher die Angst vor dem Sprechen verlieren“, so fasst sie ihr Anliegen zusammen. „Deshalb gehen wir nach der Methode der wachsenden Integration vor. Diese orientiert sich am natürlichen Spracherwerb von Kindern. Erst wenn schon ein recht großer passiver Wortschatz aufgebaut ist, fängt man an zu sprechen.“
Das Sprachcafé im Burbacher Gassenweg ist jeden Mittwochnachmittag von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet. Jeder, der ein wenig Zeit und ein offenes Herz für andere Menschen mitbringt, ist herzlich willkommen!
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