Interaktives Theaterstück "Getäuscht"
Aktive Problemauseinandersetzung und Darstellung von Interventionsmöglichkeiten ist Schwerpunkt eines Stückesan der Gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach–Neunkirchen
Das Thema „Loverboys“ ist in den letzten Jahren nicht zuletzt durch die mediale Berichterstattung ins Bewusstsein der Öffentlichkeit geraten. Loverboys sind junge Männer, die minderjährigen Mädchen die große Liebe vorspielen, sie mit großzügigen Geschenken überhäufen, sie nicht selten mit Drogen gefügig machen, um sie schließlich zur Prostitution zwingen zu können.
Die Aufklärung über diese Gefahr, eine aktive Problemauseinandersetzung und die Darstellung von Interventionsmöglichkeiten ist Schwerpunkt eines Stückes, das an der Gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach – Neunkirchen aufgeführt wird. Die Inszenierung des Forumtheaters mit dem Titel „Getäuscht“ bezieht Schülerinnen in die Handlung ein, „durch die Interaktion mit den Figuren des Stücks werden eigene nachhaltige Lösungsmöglichkeiten entwickelt“, findet Markus Häseler, der Schulsozialarbeiter und Organisator der Aufführung.
In dem Theaterstück lernt Hannah über ein soziales Netzwerk Jannick kennen, den sie auf Anhieb sympathisch findet. Ein zärtlicher und einfühlsamer Freund, so scheint es, der Hannah zuhört und sie unterstützt. Nach und nach versucht Jannick Hannah sie von Freunden und Familie zu isolieren, sie ganz für sich allein zu haben. Er braucht dringend Geld und hat große Probleme. Hannah, kann ihm dabei helfen, denn Jannick kennt jemanden dem es viel wert wäre, wenn Hannah mit ihm schlafen würde. Aus Liebe will Hannah ihm helfen, doch am Ende landet sie in der Prostitution.
Die Aufführung, die bereits zum 2. Mal mit der großzügigen Unterstützung der Firma Hering Bau stattgefunden hat, bewegte die SchülerInnen sichtlich. Bei Schlüsselszenen des Stücks konnten sie nämlich aktiv einsteigen, den Figuren Fragen stellen und auch die Handlung durch „Regieanweisungen“ aktiv beeinflussen. Das Bewusstsein dass jeder Opfer der „Loverboy-Masche“ werden kann wurde durch diese Methode besonders gestärkt. Weiterführende Informationen zu dieser Thematik werden sowohl von der Schulsozialarbeit als vom Verein „Mädchen in Not“, die zu der Aufführung eingeladen wurden, bereitgestellt.
Den Jungen der Jahrgangsstufe 8 wird im Anschluss an das Stück eine geschlechtsspezifische Inszenierung zum Thema „Liebe und Partnerschaft“ angeboten. In diesem Stück geht es um die Auseinandersetzung mit ersten Partnerschaften, Liebeskummer sowie der „Männerrolle“.
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