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21.08.2020

Forstzweckverband Burbach gegründet

Waldbesitzer gehen neue Wege

Als „Paradigmenwechsel“ bezeichnete Bürgermeister und designierter Verbandsvorsteher Christoph Ewers die Neugestaltung der forstlichen Betreuung von Waldbesitzern durch Gründung des Forstzweckverbandes jetzt bei der Gründungsversammlung in Burbach. Als zukünftige Mitglieder des neuen Zweckverbandes waren Vertreter aller Waldgenossenschaften in Burbach sowie der Wiedersteiner Waldgenossenschaften, der Gemeinde Burbach, sowie der größeren Privatwaldbesitzer in Burbach jetzt im Bürgerhaus zusammengekommen, um die Satzung zu verabschieden und zu unterzeichnen. Weit über ein Jahr hatte Christoph Ewers in zahlreichen Gesprächen mit Umweltministerium, Landesbetrieb Wald und Holz, Kreisverwaltung als Aufsichtsbehörde, Waldbesitzern und Politik die Gründung vorbereitet und die komplexen rechtlichen und fördertechnischen Fragen geklärt, bevor der Zweckverband gegründet werden konnte. Das Konstrukt ist bisher einmalig in Nordrhein-Westfalen.

Anlass zur Gründung ist der aus Wettbewerbsgründen erforderlich gewordene Rückzug des Landesbetriebes Wald und Holz NRW aus der subventionierten Betreuung des Privat- und Kommunalwaldes. Jahrzehntelang hatte das Land den Waldbesitzern zu niedrigen Entgelten umfassende Beförsterungsleistungen angeboten. Dies ist spätestens mit dem 31.12.2021 vorbei. Zwar wird das Land die Waldbesitzer auch zukünftig durch finanzielle Förderung bei der Beförsterung unterstützen. Allerdings muss die Beförsterung über ein transparentes Vergabeverfahren an einen forstlichen Dienstleister vergeben werden. Auch der Landesbetrieb Wald und Holz wird sich zu „Vollkosten“ für diese Dienstleistung bewerben. Ob er aber den Zuschlag erhält, ist ungewiss. Außerdem sind Vergabe und spätere Abrechnung der Leistungen mit einem enorm hohen Verwaltungsaufwand verbunden, der für die ehrenamtlich tätigen Waldvorsteher kaum zu leisten ist. Diesen Weg wollen die Waldbesitzer nicht gehen, nehmen stattdessen jetzt die forstliche Betreuung selbst in die Hand und schultern sie gemeinsam. Zwei eigene Förster/innen wird der Zweckverband einstellen, um den 18 Mitgliedern für die rund 5.000 ha Waldfläche umfassende forstliche Dienstleistungen anzubieten. Die Geschäftsführung wird die Gemeinde übernehmen. Ein einheitlicher Flächensatz statt komplizierter Abrechnung von Einzelleistungen dient der Finanzierung und soll den bürokratischen Aufwand in Grenzen halten.

„Wir Waldbesitzer stehen nach den trockenen Sommern und der Borkenkäferkalamität vor einer riesigen Herausforderung“, erklärt Christoph Ewers. „Die jahrzehntelange Pflege der Fichtenbestände ist zunichte gemacht, der Holzverkauf als finanzielle Basis der Waldbewirtschaftung auf absehbare Zeit weggebrochen.“ Teure Wiederaufforstung und aufwändige Aufwuchspflege werden die Arbeit in den nächsten Jahren prägen, mit dem Bild trockener Fichten, die nicht mehr verkauft werden können, werden wir noch einige Zeit leben müssen. Deshalb sei die Gründung des Zweckverbandes eine gute und zukunftsweisende Entscheidung, mit der eine langfristige, selbstbestimmte und fachlich qualifizierte forstliche Betreuung gesichert werde, betont Christoph Ewers. „Ohne umfassende Hilfen von Bund und Land werden private und kommunale Waldbesitzer die vor ihnen stehende Mammutaufgabe allerdings nicht schultern können,“ lenkt Ewers zusätzlich den Blick nach Düsseldorf und Berlin.

Die Satzung des Zweckverbandes ist bereits mit der Kommunalaufsicht des Kreises Siegen-Wittgenstein abgestimmt, muss aber nun noch formal und veröffentlicht werden. Anschließend werden die Stellen für die beiden Forstfachkräfte ausgeschrieben. Ewers rechnet mit einer Förderung der Stellen durch das Land von bis zu 100.000 € pro Jahr in den nächsten fünf Jahren. Anfang des kommenden Jahres nimmt der Zweckverband dann seine Arbeit auf.

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