6,9 Millionen in die Bildung investiert
Komplettmaßnahme am Schulzentrum fertiggestellt
Burbach. Nach diesem Panorama würde sich so mancher Hotelier die Finger lecken. Der Ausblick von der Höhschläfe hinab in den Freien Grund ist spektakulär. Ein Anblick, den die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte der Gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach-Neunkirchen durchaus zu schätzen wissen. Ebenso wie die jüngsten baulichen Veränderungen des Burbacher Schulzentrums. Mit der Verlegung des letzten Bodenbelags vor der Mensa ist die Gesamtmaßnahme nach gut zwei Jahren abgeschlossen. 5,3 Millionen Euro investierte die Gemeinde in den Bau des neuen Verwaltungstraktes inklusive Aula, für weitere 1,6 Millionen Euro wurde die Außenanlage komplett neu gestaltet.
Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers begründete die hohe Investition vor der ersten Schüler-Vollversammlung der Gemeinschaftlichen Sekundarschule im neuen Forum mit dem besten Argument: „Ihr seid uns wichtig!“ Gemeindeverwaltung und Rat seien dafür da, um bestmögliche Rahmenbedingungen für die Bildung zu schaffen. „Diesen Auftrag nehmen wir sehr ernst.“ Bei den Schülerinnen und Schülern kommen die Maßnahmen sehr gut an. Architekt Matthias Klein (Netphen) und Max Laufenburg vom Planungsbüro Thomas Laufenburg (Wilnsdorf), das die Außenanlage gestaltet hat, wurden lautstark mit Applaus für die tollen Ergebnisse entlohnt. „Die Spielgeräte sind super“, hieß es seitens der Schülerinnen und Schüler, die vor allem vom neuen Schulhof angetan sind.
Auf einer Bodenfläche von 23 mal 32 Metern entstand ein zweigeschossiges Gebäude. Das Untergeschoss wurde klassisch mit Stahlbeton gebaut. Dort nimmt das Forum mit 470 Quadratmetern die größte Fläche ein. Es dient in erster Linie als Pausenhalle sowie als Aula für Schulveranstaltungen. Darüber sind hier dank des Bühnenaufbaus und moderner Technik weitere (Kultur-) Veranstaltungen mit über 400 Sitzplätzen möglich – wie etwa das Römerkonzert das an dieser Stelle am 14. November nachgeholt wird. Auf der gleichen Etage sind außerdem ein Kiosk (Verkauf von Mensa-Produkten), Technik-Anlagen und Sanitärräume untergebracht.
Nachhaltig und barrierefrei
Für die Errichtung des 1. Obergeschosses hatten Verwaltung und Politik der Modellkommune „Masterplan 100% Klimaschutz“ erstmals eine Holzrahmenbauweise in dieser Größenordnung für ein kommunales Gebäude vorgegeben. Entstanden ist ein Vorzeigeobjekt in Sachen Nachhaltigkeit. Der neue Gebäudeteil wurde an das bestehende, mit Hackschnitzeln betriebene Nahwärmenetz angeschlossen, das auch die alten Real- und Hauptschulgebäude, die Dreifachturnhalle sowie die Hellertalschule heizt. Zwar wurde aufgrund zahlreicher notwendiger Dachaufbauten auf eine Photovoltaikanlage verzichtet, mit seinem Gründach und einer effizienten Dämmung erfüllt das Gebäude trotzdem hohe Klimastandards.
Im oberen Geschoss sind das Lehrerzimmer mit Panoramablick ins Tal, zahlreiche Büros, Arbeits- und Sozialräume auf 725 Quadratmetern untergebracht. Der Hauptzugang des Verwaltungstraktes liegt nun auf der Bergseite. Der untere Gebäudeteil ist über den Schulhof erschlossen. Ein Großteil der Fläche vor Gebäude II wurde nun offiziell zum Parkplatz umgewidmet. Die Anbindung der beiden alten Gebäude zum Neubau gelingt jeweils über ein verbindendes Treppenhaus, in dem jeweils ein Aufzug die Barrierefreiheit jeder Etage sicherstellt. Zusammen mit dem schon vorhandenen Lift im Gebäudeteil I ist das Schulzentrum nun mit insgesamt drei Aufzügen ausgestattet!
Schulhof und Quartierstreff
Im Rahmen des Neubaus wurde bereits der lange und steile Böschungsbereichs zum Tal hin neu organisiert. Hierfür wurde der wegen des neuen Verwaltungstraktes anfallende Erdaushub zur Erweiterung der Schulhof Fläche verwendet. Ein Arbeitskreis aus Verwaltung und Politik sowie einer Vertretung der Schule entwickelten mit dem Büro Thomas Laufenburg aus Wilnsdorf das Konzept für die Außenanlage, die abseits der Schulzeiten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht und somit eine Quartierstreff-Funktion erfüllt. Entstanden ist ein ebenso kreatives wie aktivierendes Areal, auf dem zahlreiche Spiel- und Kletterangebote sowie Sitzecken und andere Verweilmöglichkeiten dazu einladen, vom Unterricht abzuschalten und die Batterien neu aufzuladen – oder auch, um im „Open-Air-Klassenzimmer“ die Lerninhalte in einem ganz anderen (Arbeits-) Umfeld aufzunehmen. Zu den Highlights des Multifunktionsschulhofes gehören u.a. der Soccer Cage (ein Kleinspielfeld für Fußball und Basketball), die lange Hangrutsche Richtung Bushaltestellen sowie die offene Verweilfläche mit Sitzbänken und Beschattung durch Schirmplatanen, die an die Mensa grenzt.
Rechnete die Gemeinde-Verwaltung zunächst mit einer 50-Prozent-Förderung zur Finanzierung der Außenanlage, wurde die Maßnahme aufgrund der Corona-Pandemie zur Entlastung des kommunalen Haushalts sogar zu 100 Prozent aus Mitteln des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Hingegen zahlt die Kommune die Kosten für den Neubau vollständig aus eigener Tasche. Insgesamt flossen über die beiden Projekte 6,9 Millionen Euro in die Bildung der Burbacher Schülerinnen und Schüler.
Pressebilder
Sekundarschule Forum Schülerversammlung » 1.9 MB
Sekundarschule Forum Eingang » 1.7 MB
Sekundarschule Hangrutsche » 6.3 MB
Sekundarschule Soccer Cage » 1.4 MB
Sekundarschule Balancieren » 2.2 MB
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