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19.04.2018

Der LWL zeichnet Bauhaus-Juwel als Denkmal des Monats aus

„Landhaus Ilse“ in Burbach

Das „Landhaus Ilse“ ist in mancherlei Hinsicht eine Sensation: Es ist bemerkenswerter Zeitzeuge der Bauhaus-Architektur des frühen 20. Jahrhunderts. Das in Burbach stehende Bauhaus ist wohl das einzige Haus, das dem Prototypen, dem „Haus am Horn“ (UNESCO-Weltkulturerbe) in Weimar, nachempfunden und bereits 1924 gebaut wurde.

Willi Grobleben, Ingenieur aus Brandenburg, zieht mit Ehefrau und Tochter Ilse nach Burbach, um dort die Direktion der WAG-Westerwald-Brüche AG, Bonn a. Rhein, zu übernehmen. Dort beginnt er als Grubendirektor und Bauherr direkt mit den Planungen eines Gästehauses für die Firma - höchstwahrscheinlich in Kenntnis des Weimarer Prototypen bzw. seiner Pläne, die - den Bauhaus-Ideen folgend - beinahe gleichzeitig in der Provinz umgesetzt werden. Das „Landhaus Ilse“ – benannt nach der Grobleben-Tochter Ilse - wird im Herbst 1924 fertiggestellt.

Drei Jahre später geht die Firma in Teilbereichen in Konkurs und Direktor Grobleben wird mit dem „Landhaus Ilse“ abgefunden. Die Familie Grobleben bewohnt das Haus, bis Tochter Ilse als letzte Bewohnerin im Jahr 2000 verstirbt. In den ersten 2000er Jahren erwirbt die Burbacher Geschäftsfrau Erika Wirtz das Haus, zunächst in dem Gedanken, das Landhaus Ilse in Zukunft selbst zu bewohnen. Bald stellt sie jedoch zufällig fest, dass die Baupläne des „Landhauses Ilse“ mit denen des „Hauses am Horn“ weitestgehend übereinstimmen. In der Folge wird das Haus unter Denkmalschutz gestellt.

Nach dem Tod der Eigentümerin Erika Wirtz geht der Besitz an dieser bemerkenswerten Immobilie durch eine großzügige Schenkung an die Gemeinde Burbach über. Jetzt soll das „Landhaus Ilse“ als Zwilling des „Hauses am Horn“ aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wird zunächst ein bauhistorisches Gutachten und dann ein Restaurierungskonzept erstellt. Passend zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Bauhaus“ sind dort Ausstellungen, kleine Kultur- und Theaterveranstaltungen, sämtlich mit Bezug zu den 20er Jahren geplant. Weiterhin könnte dort ein Raum für standesamtliche Trauungen entstehen. Im Mittelpunkt steht ebenfalls die Darstellung der einzigartigen (Bau-) Geschichte des Hauses und seiner Verankerung in der Gemeinde Burbach.

Die künftige Nutzung des Hauses steht jedoch noch nicht konkret fest. Hierzu möchte Bürgermeister Ewers kurzfristig einen Förderkreis ins Leben rufen.

Weitere Informationen zum Denkmal des Monats „Landhaus Ilse“ findet man auf der Homepage des LWL (www.lwl.org/dlbw).

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