Das 34. Vogteifest ist Geschichte
Gäste und Sonne strahlen um die Wette / Erfolgreiche „Zweckgemeinschaft“ mit Siegerland Classic
gb Burbach. Petrus meinte es am letzten (kompletten) Augustwochenende gut mit dem Heimatverein Alte Vogtei Burbach. Vielleicht sogar etwas zu gut, denn zum Auftakt des Vogteifestes am Samstag kletterte das Thermometer bis zur 30-Grad-Grenze und bisweilen darüber hinaus. Abends geriet der meteorologische Ausgleich mit Wind und Regen wiederum etwas zu heftig, wobei das Partyvolk, das den ersten Tag vor und im COCH* (Haus Dilthey) fröhlich ausklingen ließ, im Vergleich zu anderen Teilen Burbachs sehr glimpflich davonkam. Ideale Bedingungen herrschten schließlich am Sonntag, was sich gleich positiv auf die Gästezahlen auswirkte. Mehrere hundert Burbacherinnen und Burbacher sowie Gäste von außerhalb, darunter nicht wenige Motorsport-Fans und Automobil-Enthusiasten, genossen den zweiten Festtag in vollen Zügen und boten später den Teilnehmenden der Oldtimer-Rallye und -Ausfahrt bei der Zieleinfahrt der Siegerland Classic am Nachmittag eine beeindruckende Kulisse.
Für die 34. Auflage des beliebten Festes in der historischen Dorfmitte Burbachs hatten die Heimatfreunde einmal mehr in die Vollen gegriffen. Für das Programm setzten die „Macher“ zwar vor allem auf Kontinuität und Altbewährtes, setzten mit kleinen Veränderungen aber auch bewusst Akzente. Zum Beispiel mit der Water-Walk-Action, die vor allem dem jungen Festpublikum Freude bereitete. Nach ein paar Jahren Pause war auch der Holzhausener Jurek Wozny mal wieder dabei. Der Bogenbauer ließ sich in der Remise über die Schulter schauen und hatte zudem eine große Auswahl historischer Bögen ausgestellt. „Nach der Umbenennung des Festes von Museumsfest in Vogteifest war uns zunächst daran gelegen, klarzustellen, dass es inhaltlich dasselbe Fest bleiben wird“, sagt Volker Gürke. Wie sich das Vogteifest künftig weiterentwickeln werde, werde sich zeigen. „Es ist ein Glück für uns, dass wir eine kreative und engagierte Generation von Mitgliedern zwischen 30 und 40 Jahren haben, die tolle Ideen mitbringen. Das haben sie bei der ersten COCH*-Party unlängst bewiesen“, ist dem Vorsitzenden des Heimatvereins nicht bange um die Zukunft.
Zurück zur Gegenwart: Auf dem Kunsthandwerkermarkt hatten einige Besucherinnen und Besucher so manche Aussteller vermisst, die ihren Stand in diesem Jahr nicht in Burbach aufgeschlagen hatten – auch weil der eine oder andere diesmal für das Dorfjubiläum Lützeln im Wort stand. Qualitativ wurde auf der Ginnerbach aber durchaus Hochwertiges geboten. Fair gehandelte Kleidung, vielfältige Kräuter, Dekorationsartikel und einiges mehr füllten die Taschen und Beutel der flanierenden Festgänger. Wer dabei ins Schwitzen geriet und eine Stärkung benötigte, kam rund um die Vogtei voll auf seine bzw. ihre Kosten. Vor Haus Herbig hatte der Heimatverein mit rund einem Dutzend Öfen Stellung bezogen, auf denen bei einer Hitze von 600 Grad Deggelsbläddze im Akkord zubereitet wurden. Den halben Krankenhausweg hinauf standen die Gäste Schlange für die beliebte Leckerei. Laut einer heimischen Tageszeitung schälten die fleißigen Frauen des Heimatvereins hierfür mehr als 10 Zentner Kartoffeln. Wer es noch deftiger mochte, stand für Bratwurst oder Steak im Brötchen an. Im Haus Herbig war eine Kaffeetafel mit Kuchen aufgebaut worden.
Während in der Vogtei in der Dauerausstellung „Gemeinsam Burbach“ und in der Sonderausstellung „Schuljahr 1924 – Ein Blick ins Klassenbuch“ die Geschichte der Gemeinde erlebbar gemacht wurde, gaben sich auf dem Vogteiplatz die Musiker die Klinke bzw. Notenständer in die Hand. Das Duo Klamotte spielte Pop und Rock im Akustikgewand. Die Beselicher Basin Street Band brachte den Jazz und Dixxieland nach Burbach. Abends sorgten die Obersteiger des Bollnbacher Musikvereins Herdorf für Stimmung. Am Sonntag spielte der Posaunenchor des CVJM auf, ehe der MGV „Eintracht“ Burbach übernahm. Den Abschluss bildete erneut der Bollnbacher Musikverein Herdorf.
Der Neunkirchener Künstler Ingo Schultze-Schnabl erlebte in der Römergalerie ein gut besuchtes erstes Ausstellungswochenende seiner mit „Lokaltermin“ überschriebenen Sammlung naturinspirierter Tryptichen. Derweil strahlte ein clownesker Walking-Act mit den Kindern und der Sonne um die Wette. Kurz vor 16 Uhr nahmen hunderte von Besucherinnen und Besuchern voller Vorfreude ihre Positionen längs der Jägerstraße ein. Kurze Zeit später rollten die ersten Oldtimer der Siegerland Classic vorbei. Fast ganz vorneweg das älteste Schmuckstück: ein 1928er Bentley 4 ½ Liter. Auch dem MG TD Baujahr 1954 folgten viele bewundernde Blick. Das kongeniale Moderatorenduo Burkhard Bechtel und Hans-Werner Hein unterhielten einmal mehr mit vielen Anekdoten und großem Fachwissen zu den einzelnen Fahrzeuge. So verrieten sie, dass der auffällige orangefarbene Citroën Mehari von 1981 einst einer gewissen Brigitte Bardot gehörte – heute steht er in einer Wilnsdorfer Garage. Der Zieleinlauf bewies eindrucksvoll, warum die seit 2007 bestehende „Zweckgemeinschaft“ zwischen Vogteifest und Oldtimerrallye immer noch so gut harmoniert. Dieser Programmpunkt, soviel dürfte klar sein, wird auch in den kommenden Jahren eine Säule des Festwochenendes der Heimatfreunde bleiben.
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20240828 PM Das war das 34. Vogteifest in Burbach (PDF, 986 kB, Pressemitteilung)
