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08.01.2026

Bürgermeister Jonas Becker mit dem Winterdienst »on Tour«

Unermüdlich im Einsatz / Silos waren zu Beginn der Schneeperiode randvoll

gb Burbach. Sturmtief „Elli“ ist der vorläufige Höhepunkt der bisherigen Schneeperiode. Burbach zeigt sich seit dem 28. Dezember des vergangenen Jahres von seiner winterlichen Seite. Seither ist der Winterdienst unermüdlich im Einsatz, damit die gemeindlichen Straßen und Gehwege sowie weitere Verkehrsflächen befahrbar und begehbar bleiben und soweit möglich von Schnee und Eis befreit werden. Nach zuletzt eher milderen Wintern, werden der Bauhof und weitere Auftragnehmer aktuell ordentlich gefordert. Bürgermeister Jonas Becker überzeugte sich nun davon, wie gut der Winterdienst seinen Job macht und ging mit „auf Tour“.

„Was die Kollegen des Bauhofs und alle anderen Helfer derzeit leisten, ist enorm und verdient unsere Anerkennung und unseren Dank“, sagt der Bürgermeister. Er ist bestürzt darüber, dass die Mitarbeitenden zum Teil Anfeindungen aus der Bevölkerung ertragen müssen. Sogar Schneeschaufeln sind schon auf die Räumfahrzeuge geworfen worden. „Dafür habe ich kein Verständnis, und das haben die Kollegin und die Kollegen nicht verdient.“

Um 3.30 Uhr morgens geht es für den Winterdienst los. Bis zum Berufsverkehr müssen die Straßen geräumt werden. Der gemeindliche Winterdienst ist hierbei für die Straßen der Gemeinde zuständig. Land- und Bundesstraßen liegen in der Zuständigkeit des Landesbetriebs Straßen NRW, zum Beispiel die Ortsdurchfahrten Gilsbach, Lützeln, Nieder- und Oberdresselndorf, Wahlbach und Würgendorf sowie die Jägerstraße in Burbach und die Gambach hinauf oder auch die B54 auf der Lippe. Es sind also vor allem die nicht immer einfach mit den Räumfahrzeugen zu befahrenden Nebenstraßen, die der gemeindliche Winterdienst abfährt. „An manchen Stellen ist es wirklich eng, und dann behindern immer wieder auch parkende Fahrzeuge den Winterdienst.“ Bürgermeister Jonas Becker bittet darum, beim Abstellen der Fahrzeuge darauf zu achten, dass die Räumfahrzeuge und auch die Rettungsdienste (Feuerwehr, Rettungswagen etc.) noch sicher vorbeifahren können.

250 Tonnen Salz vor Wintereinbruch gelagert

Bis in die frühen Abendstunden sind die Mitarbeitenden des Bauhofs mit den beiden gemeindlichen Räumfahrzeugen, einem Traktor und einem Schmalspurtraktor für Gehwege regelmäßig unterwegs. Im Hickengrund unterstützen außerdem zwei Lohnunternehmen beim Winterdienst. Die gemeindlichen Gehwege sowie die Bushaltestellen werden vom Bauhof bzw. bei den gemeindlichen Gebäuden durch die jeweiligen Hausmeisterinnen und Hausmeister gesäubert. Für alle anderen Gehwegflächen sind nach der Straßenreinigungssatzung der Gemeinde Burbach die Anwohnerinnen und Anwohner verantwortlich.

Zu Beginn der Schneeperiode waren alle fünf Salzsilos randvoll gefüllt – das ist ein Vorrat von 250 Tonnen. Für den durchschnittlichen Winter der vergangenen Jahre ist diese Bevorratung völlig ausreichend. Zuletzt war vor 15 Jahren die Kapazität um einen Silo erhöht worden. Diesmal jedoch war bereits nach den ersten beiden Einsatztagen klar, dass dieser Winter strenger werden würde als zuletzt. Daraufhin hat der Bauhof umgehend reagiert und den ersten Nachschub bestellt. Insgesamt gingen seit dem 30.12.2025 sieben Nachbestellungen raus. In der Regel werden diese vom Lieferanten der Gemeinde zuverlässig binnen zwei bis drei Werktagen abgewickelt. Aufgrund der bundesweiten Wetterlage und der hohen Nachfrage dauert es aktuell aber deutlich länger. Mit den beiden jüngsten Lieferungen in dieser Woche ist der Lieferant bisher vier Bestellungen nachgekommen, sodass die Silos wieder mit insgesamt 104 Tonnen aufgefüllt wurden.

Transportprobleme beim Lieferant sorgen für Engpass

Der stockende Nachschub ist kein alleiniges Burbacher Problem. Zahlreiche Kommunen sind betroffen und haben mittlerweile Engpässe bestätigt. Das Problem ist nicht die Salzmenge, das sei ausreichend vorhanden, hat der Lieferant inzwischen erklärt. Vielmehr sei die Nachfrage so groß, dass die Transport-Kapazitäten nicht ausreichten. Zur Befüllung von Silos bedarf es spezieller, Tankwagen-ähnlicher Fahrzeuge, die das Salz in die Silos einblasen. Diese seien ausgelastet. Vorranging würden in den kommenden Tagen die Straßenmeistereien der Autobahnen beliefert werden müssen. Für die noch ausstehenden 78 Tonnen für Burbach könne man derzeit keinen genauen Liefertermin nennen, so der Lieferant.

Auf dem „Trockenen“ sitzt die Gemeinde noch nicht. Mit den jüngsten Lieferungen stehen vor dem angekündigten Unwetter-Wochenende ca. 115 Tonnen Salz zur Verfügung. Das wird einige Tage vorhalten. Dennoch wurde eine Strategie entwickelt, um die Ressourcen zu schonen. Der Winterdienst wird vorrangig die Zuwegungen zu Schulen, den Feuerwehrgerätehäusern, der Rettungswache in Wahlbach und andere Infrastruktureinrichtungen sowie Steilstraßen streuen. Flache oder Talstraßen werden nachrangig oder temporär gar nicht gestreut. Gerade auf ebenen Straßen sind ordentliche Winterreifen oft ausreichend, um bei angepasster Fahrweise gut voranzukommen.

Unnötige Fahrten vermeiden

„Wir haben uns dazu entschlossen, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über den vorübergehenden Lieferstopp zu informieren, um transparent zu sein und natürlich, damit sich die Bevölkerung auf möglicherweise ungestreute Straßen vorzubereiten kann. Geräumt wird selbstverständlich weiterhin, auch wenn nicht gestreut werden sollte“, betont Jonas Becker noch einmal. Er mahnt zur Ruhe: „Auch früher gab es schon strenge Winter und Wetterlagen, die sich nicht gänzlich beherrschen lassen.“ Der Bürgermeister appelliert noch einmal, in den kommenden Tagen auf unnötige Fahrten zu verzichten.

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