Römer-Passage wird für einen Tag zur Galerie
Mere Langenbach und junge Künstlerinnen und Künstler stellten aus
Burbach. Sie ist nicht der Louvre und auch nicht der Berliner Reichstag. Aber auch die Römer-Passage hat eine (kleine) Glaskuppel auf dem Dach – und als Kunstort macht sie durchaus etwas her. Als Kulisse für die Ausstellung der Art-Galerie gab das Dienstleistungszentrum in Burbachs Ortsmitte jetzt eine echte Visitenkarte ab. Mere Langenbach und ihre jungen Künstler zeigten, was sie im Kurs gemeinsam erarbeitet hatten. Im Mittelpunkt stand dabei eine freie Adaption von Edvard Munchs „Der Schrei“. Elf Nachwuchskünstlerinnen und -künstler erhielten für ihre ganz individuellen Interpretationen ein Zertifikat von Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers überreicht.
Besondere Ausdrucksform
„Ich habe einen ganz persönlichen Bezug zu dem Bild“, verriet Ewers den sichtlich aufgeregten Mädchen und Jungen. „Beim Betrachten des Gemäldes als Kind in einem Kunstband meiner Eltern ist mir zum ersten Mal klargeworden, dass man mit Malerei Gefühle ausdrückt, und zwar ganz anders als etwa mit Fotografie.“ Er und die Gemeinde Burbach, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, freuten sich, „dass wir die Römer-Passage mit dieser Ausstellung bereichern können“. In den vielen Acryl-Arbeiten, und das nicht nur in den Adaptionen des „Schreis“, zeige sich das künstlerische Talent, das in einigen der jungen Malerinnen und Malern schlummere. „Bleibt dabei“, riet ihnen der Bürgermeister, „es ist ein tolles Hobby. Und eine ganz besondere Art sich auszudrücken, die in der heutigen schnelllebigen, medial geprägten Zeit nicht mehr selbstverständlich ist.“
Mere Langenbach hatte die berühmteste Arbeit des norwegischen Malers vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Lage gewählt. Munch selbst habe seinerzeit eine Influenza-Pandemie miterlebt. Für ihren nächsten Kurs stellt die Künstlerin dem Motiv der Angst, für das „Der Schrei“ sinnbildlich steht, nun ein positives Gemälde der Deutschen Romantik entgegen: Caspar David Friedrichs „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818). Die gerade Haltung des Wanderers und sein unerschütterlicher Blick nach vorn sollen die Kinder ermutigen. „Kunst ist ihr Leben“, beschrieb die zwölfjährige Lilli, die erstmals 2015, also in der 1. Klasse, einen Kurs in der Art-Galerie belegte, Mere Langenbach. „Sie ist eine fantastische Lehrerin mit ihrer Lebenslust!“
Für den guten Zweck
Einige der Künstlerinnen bewiesen nicht nur mit Pinsel und Farbe ihr Talent, sondern griffen während des kleinen Rahmenprogramms auch am Klavier in die Tasten. Nachdem Mere Langenbach sich bei Christoph Ewers mit einem Portrait von ihm bedankte, durfte der Bürgermeister gemeinsam mit Andrea Winkel von der Gemeinde Burbach und Ulrike Nassauer-Schlemper als Vertreterin der Sparkasse Burbach-Neunkirchen, die die Ausstellung ebenfalls unterstützte, selbst im Künstlerkittel vor die Leinwand treten. Erst zaghaft, dann der eigenen Kreativität immer mehr vertrauend malte das Trio ein abstraktes Gemälde voller Bewegung und Energie. Arbeitstitel: „Fluss des Lebens“. Das Gemälde kann demnächst im Foyer der Hauptstelle der Sparkasse, Nassauische Straße 13, betrachtet werden. Es steht zum Verkauf, Interessenten können ihr Gebot bei Ulrike Nassauer-Schlemper (0 27 36 / 4 97 – 11 47 oder E-Mail ulrike_nassauer-schlemper@spk-bb-nk.de) hinterlegen. Das Höchstgebot erhält den Zuschlag. Das Geld wird einem sozialen Zweck zugutekommen.
Pressebilder
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