Alle gegen den Klimawandel!
Doch reichen unsere Anstrengungen aus?
Die Wissenschaft ist sich seit Jahrzehnten einig: Es gibt ihn, den Klimawandel. Mit Verzögerung hat auch die Politik realisiert, dass aktive Maßnahmen nötig sind, um der gefährlichen Entwicklung des globalen Klimas Einhalt zu gebieten. Und auch in der Gesellschaft ist der Konsens zu verspüren, dass „man etwas dagegen tun sollte“. Doch sind unsere Anstrengungen ausreichend? Und was genau tut die Politik eigentlich zum Schutz des Klimas?
Der Vortragsabend „Ist der Klimawandel noch zu bremsen?“, der am 15.06. im Bürgerhaus Burbach stattfand, hatte diese Fragen zum Thema. Die Referenten des Abends gewährten interessante Einblicke aus Politik und Wissenschaft und die 150 Gäste hatten die Möglichkeit sich an einer Diskussion mit Fragen und Einschätzungen zu beteiligen.
Karsten Schwanke, Diplom-Meteorologe und TV-Moderator, führte den Besuchern eindrücklich vor Augen, welch einmalige Entwicklungen sich derzeit aufgrund des menschgemachten Treibhausgasausstoßes vollziehen. Neben dem häufig diskutierten Temperaturanstieg mehre sich auch das Auftreten von heftigen Unwettern mit all seinen lebensbedrohlichen Begleiterscheinungen, die auch in diesem Frühjahr in weiten Teilen Deutschlands zu spüren waren. Hinzu komme ein deutlicher Anstieg des Meeresspiegels durch die voranschreitende Eisschmelze an den Polen.
Welche Maßnahmen vollzogen werden, um dieser Entwicklung beizukommen, dieser Frage widmete sich Dr. Peter Liese, der aus Südwestfalen stammt und seit 1994 Europaabgeordneter in Brüssel ist. Er berichtete etwa über aufwändige Diskussionen um einen funktionierenden Emissionshandel, der Unternehmen dazu zwingen soll, ihre Treibhausgasemissionen zu senken. Auch berichtete er von konkreten technischen Neuerungen, deren Einführung zu erheblichen Einsparungen im Stromsektor führen, wie das Thermostatventil an Heizkörpern oder den verpflichtenden maximalen Stromverbrauch von Elektrogeräten im Standby-Modus von 0,5 Watt. Diese Innovationen seien ein Mittel aus einer Vielzahl von regulatorischen Ansatzpunkten, mit denen die Politik dem Klimawandel entgegentritt.
Konsens herrschte ebenfalls in der Erkenntnis, dass die bisherigen Klimaschutzbemühungen deutlich hinter den gesteckten Zielen zurückbleiben. Denn um das 2-Grad-Ziel erreichen zu können, hatte die Bundesregierung eine Senkung von mindestens 40% der Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 angestrebt. Diese wird wohl jedoch mit lediglich 32% zu Buche schlagen. „Jedes Jahr, in dem wir uns weiter von den gesteckten Emissionseinsparungsplänen entfernen, erhöht die zukünftig nötigen Anstrengungen um ein vielfaches“, so Karsten Schwanke. Dennoch sei er optimistisch. Der politische Wille und die Beteiligung der Bevölkerung seien von zentraler Wichtigkeit bei der Erreichung der Klimaziele.
Die anschließende Diskussion zeigte, dass die Bürgerinnen und Bürger das Thema mit großem Interesse und kritischer Neugier betrachten. So wurden Fragen nach konkreten Plänen im Mobilitätssektor gestellt oder Einschätzungen über die Auswirkungen des Klimawandels auf die heimischen Gewässer beigetragen. „Es ist gut und wichtig zu sehen, dass das Thema des heutigen Abends auch auf ein breites Interesse in der Bürgerschaft trifft“, freute sich Bürgermeister Ewers nach der Veranstaltung. „Schließlich sind Klimaschutz und Klimawandel globale Themen, von denen wir alle betroffen sind!“.
Abschließend konnten sich die Gäste noch bei einem Getränk über die Möglichkeiten der Beteiligung am Klimaschutz in der Gemeinde Burbach informieren und erhielten eine energiesparende LED-Birne als Geschenk.
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