Verloren und doch gewonnen
NRW-Klimakommune ist Burbach nicht geworden, diese Auszeichnung geht an Bocholt und Saerbeck, das wurde heute durch den Umweltminister des Landes NRW, Eckhard Uhlenberg in Düsseldorf bekannt gegeben. - Burbach hatte als eine von fünf Kommunen die Endphase des Wettbewerbs „Aktion Klimaplus – NRW-Klimakommune der Zukunft“ erreicht. - Doch als Gewinner können sich die Burbacher dennoch fühlen.
„Ich möchte unterstreichen, dass auch die unterlegenen Kommunen Burbach, Rheine und Schmallenberg zu den fünf besten des Wettbewerbs gehören und vielfältige und kreative Bewerbungen eingereicht haben. In meinen Augen gehören sie damit ebenso zu den Siegern des gesamten Wettbewerbs“, betonte Minister Uhlenberg. „Die erarbeiteten Konzepte sind zu wertvoll, um in der Schublade zu verschwinden. Das Umweltministerium beabsichtigt, auch diese drei Kommunen bei der Umsetzung weiter zu begleiten und zu unterstützen.“
„Der tiefere Sinn, der hinter der Teilnahme an diesem Wettbewerb stand, war ja nicht nur ein möglicher Sieg, sondern vor allem die Themen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in Burbach voranzubringen“, so die Reaktion von Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers. Das im Rahmen des Wettbewerbs erarbeite fünfzig Seiten starke Integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept Burbach, kurz IKKK Burbach, soll nun die Grundlage für die zukünftigen Klima- und Energieaktivitäten der Gemeinde bilden.
Das IKKK Burbach ist Ergebnis eines intensiven Prozesses mit breiter Bürger- und Akteursbeteiligung. Dabei konnte die Gemeinde Burbach auf einer Vielzahl von Projekten, Maßnahmen und Erfahrungen aus der Vergangenheit aufbauen und anknüpfen.
Mit Hilfe einer umfassenden Bürgerbefragung im vergangenen November konnten zusätzlich wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Durch die Einrichtung des „Burbacher Klimaforums“ als Plattform für interessierte Akteure konnten weitere Ideen in das Konzept integriert werden und Bürgerinnen und Bürger sowie Fachleute für die Entwicklung von Projekten gewonnen werden. Die durch die Beteiligung initiierte erfreuliche Aufbruchstimmung macht Mut, sich hier weiter zu engagieren. Das nächste Burbacher Klimaforum soll daher bereits am Donnerstag, dem 19. März 2009, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Burbach stattfinden. Alle Bürgerinnen und Bürger sind dazu herzlich eingeladen. An diesem Abend wird auch das IKKK näher vorgestellt.
Wesentliche Ziele des IKKK sind eine 45% CO2-Minderung und die Klimaanpassung der Gemeinde bis 2020. Bis 2050 möchte Burbach „Erneuerbare-Energie-Gemeinde“ sein, das bedeutet gegenüber dem heutigen Energieverbrauch eine Reduzierung um 70 % und die Erzeugung des verbleibenden 30 % des Energieverbrauchs vollständig durch Erneuerbare Energien.
Insgesamt werden im IKKK acht Handlungsfelder definiert, die alle klimarelevanten Aufgaben in der Gemeinde Burbach umfassen. Die acht Handlungsfelder sind:
- Energieeinsparung und Energieeffizienz
- energetische & klimawandelangepasste Gebäudesanierung
- bauliche & energetische Biomassenutzung
- Nutzung sonstiger regenerativer Energien
- Stärkung ÖPNV und Nahmobilität
- klimawandelgerechte & energiebewusste Stadtplanung
- klimawandelangepasste & nachhaltige Waldbewirtschaftung
- klimawandelangepasste & energiebewusste Wasserwirtschaft
Für alle Handlungsfelder wurde eine Fülle von Projektideen und Maßnahmen abgeleitet.
Die Burbacher Strategie setzt dabei insbesondere auf die konsequente Integration von Klimaschutz und Klimaanpassung sowie die Nutzung von bestehenden Fördermöglichkeiten, sie betont die Wichtigkeit des generationsübergreifenden Lernens für den Klimawandel und plant eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. In den nächsten Wochen sollen nun die Projektideen weiter entwickelt und Fördermöglichkeiten dafür geprüft werden.
