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11.09.2014

Offene Türen und offene Herzen – Gelebte Inklusion mitten in Burbach

Haus Burgweg feierte Einweihung

Viele Menschen waren am Umbau des Haus Burgweg in Burbach, vielen besser unter dem angestammten Namen „Kinderzuhause“ bekannt, beteiligt. Seit Juni 2013 investierte und verbaute die Stiftung Bethel als Träger der etablierten Einrichtung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit schweren Mehrfach-Behinderungen rund 3,4 Millionen Euro in die Sanierung, Modernisierung und Behindertengerechte Ausstattung des großen Hauses. Am vergangenen Sonntag wurde die Umbauzeit mit einer offiziellen Eröffnungsfeier beendet – und mit einem durchweg positiven Fazit aller Beteiligten. „Noch gibt es ein paar Dinge, die nachzuarbeiten sind – noch sind die Handwerker, die mehr als 13 Monate das Bild des Hauses prägten, nicht ganz verschwunden. Aber unsere knapp 30 Bewohner können ihren Alltag wieder hier verbringen, ihre Therapien erhalten und die modernisierten, barrierefreien Räumlichkeiten endlich genießen“, freute sich Markus Treptow, Leiter Haus Burgweg, über die Fertigstellung der Einrichtung.

Umfangreiche energetische Maßnahmen, der Neubau des Treppenhauses, der Umbau der Schlafzimmer, der Badezimmer oder Aufenthaltsräume der Bewohner – das frisch sanierte Haus Burgweg kommt eher einem Neubau gleich. Ein besonderer Grund zum Dank für Markus Treptow, der mit seinem engagierten Mitarbeiterteam, mit dem aktiven Förderverein der Einrichtung und mit den Bewohnern gemeinsam zu einer kurzweiligen Eröffnungsfeier geladen hatte. „Dank“ – dieser Begriff stand auch über den kurzen Festansprachen, über dem stimmungsvollen Familiengottesdienst, den Pfarrer Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Pfarrer Thomas Walter von der evangelische Kirche Burbach und das Posaunenquartett des CVJM Burbach gemeinsam gestalteten, und über der phantasievollen Aufführung der Hans-Reinhardt-Schule, einer Siegener Förderschule, die etliche Bewohner besuchen.

Danke sagte Markus Treptow insbesondere den Bewohnern und den Mitarbeitern für ihre Geduld – den vielen Ehrenamtlichen dankte er für den reibungslosen Transfer zwischen dem Haus Burgweg und dem „Schlecker-Quartier“ mitten im Burbacher Ortskern, das als „Baustellen-Zuhause“ den Bewohnern ein bestens funktionierendes Umfeld während der Umbauphase bot. Auch Prof. Dr. Ingmar Steinhart, Geschäftsführer der Stiftung Bethel, hob die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und die Nähe zum Ortskern hervor: „Haus Burgweg ist die einzige Bethel-Einrichtung in der Bewohner im Rollstuhl zur Eisdiele fahren können. Teilhabe am örtlichen Geschehen und Inklusion ist hier gelebter Alltag!“ Sein Fazit: „Auch wenn es während des Umbaus einige Phasen des Schwächelns gab, heute ist die Ziellinie erreicht. Die neuen Räume und das gelungene Gesamtkonzept rechtfertigen die erhebliche Investitionssumme der Stiftung Bethel von 3,4 Millionen Euro, zu der 200.000 Euro vom Förderverein und 110.000 Euro von der Aktion Mensch hinzukamen.“

Lang, wechselvoll und spannend – so beschrieb Christoph Ewers, Bürgermeister der Gemeinde Burbach und langjährig Aktiver im Förderverein Kinderzuhause, die Entwicklung der Einrichtung vom ehemaligen Mutter-Kind-Haus zum Kinderzuhause unter der Leitung der DRK-Kinderklinik bis hin zur Trägerschaft durch die Stiftung Bethel. „Das Kinderzuhause, wie die Einrichtung bei den Burbachern immer noch heißt, lebt eine ganz besondere Politik der offenen Herzen und der offenen Türen. Dies führt zu herzlichen Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung und bereichert unseren Ort.“ Ruhiges Fahrwasser nach der manchmal turbulenten Umbauphase wünschte er deshalb allen Beteiligten.

Ganz spontan, und deshalb besonders herzlich, war die kurze Dankesrede von Ursula Steppeler, Mutter eines betroffenen Kindes und stellvertretende Fördervereinsvorsitzende. Unter dem Applaus der vielen anwesenden Angehörigen dankte sie besonders Mechthild Jung, Leiterin der Tagesstruktur, und Friedhelm Jung, Vorsitzender des Fördervereins, für ihr unerschöpfliches, zuverlässiges Mittun im Haus Burgweg. „Ohne Euch wäre die Umbauzeit nicht so reibungslos verlaufen. Wir als Eltern können uns jederzeit auf Euch verlassen“, bedankte sie sich im Namen aller Eltern mit einem Präsent.

Bewohnern, Angehörigen, Mitarbeitern und dem Förderverein, aber auch dem Architekten, allen Handwerkern, Nachbarn, Sponsoren und Ehrenamtlichen dankte Bethel-Regionalleiterin Stefanie Gellert-Beckmann ausdrücklich für „die gelungene Rundum-Erneuerung der Einrichtung und den damit verbundenen logistischen Kraftakt. „Das war quasi eine Operation am offenem Herzen“. Äußerst positiv habe sich die Zeit im Übergangsquartier Schlecker auf die Gruppen- und Teambildung ausgewirkt – eine Entwicklung, die bestens zum Bethel-Konzept passe. Bestens zum sanierten Haus passen auch die biblischen Namen für die drei neuen Gruppenzimmer und den Raum der Tagesbeschäftigung, die Stefanie Gellert-Beckmann gemeinsam mit Einrichtungsleiter Markus Treptow vorstellte: Shia (das heißt: Gottes Geschenk), Rahab (Freundschaft), Josia (Gott heilt), Isai (der Selbstständige) und Hebron (Gemeinschaft).

Gemeinschaft miteinander feiern – unter diesem Motto stand auch der nachfolgende, nichtoffizielle Teil des Festtages, bei dem die zahlreichen Besucher, Angehörigen und Gäste die neukonzipierten, offenen, modernen Räumlichkeiten des Haus Burgwegs besichtigen und die fröhliche Atmosphäre der Einrichtung bei Getränken und leckerer „Currywurst to go“ genießen konnten.

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