Ehrenamt in Burbach
Im Interview: Beate Diehl, Backesgruppe Heimatverein „Alte Vogtei Burbach“
Am 24. Mai findet in der Hickengrundhalle in Niederdresselndorf der erste Burbacher Ehrenamtstag statt. Rund 30 Gruppen, Vereine und Institutionen aus den neun Dörfern der Gemeinde präsentieren sich dort unter dem Motto „Markt der Möglichkeiten – Generationen miteinander“. In den folgenden Ausgaben von „Burbach Informiert“ stellen wir Ihnen ehrenamtlich aktive Menschen und ihre Arbeit vor. Diesmal Beate Diehl,65. Jahre, 2. Vorsitzende des Heimatvereins „Alte Vogtei Burbach“ und Ansprechpartnerin der Backesgruppe Burbach.
Hallo Frau Diehl, wie sind Sie zu Ihrem Ehrenamt gekommen?
Ich bin seit 1980 in der Backesgruppe tätig. Meine Schwiegermutter sagte zu mir: „ Kind, jede junge Frau übernimmt in Burbach ein Ehrenamt, entweder Rotes Kreuz, Frauenhilfe der ev. Kirche (ging nicht, bin katholisch) oder man wird Backesfrau. Backes gefiel mir sofort und es gab zur gleichen Zeit einen Aufruf in der Zeitung, dass junge Frauen zum Brotbacken gesucht werden.
Sie sind ja schon einige Zeit dabei. Wie hat sich die Tätigkeit verändert?
Es war alle vier Wochen eine harte Arbeit, zumal man den Teig noch mit den Händen in einem Trog kneten musste. Mit der Zeit bekamen wir aber eine Knetmaschine und das war dann doch eine Erleichterung. Seit dieser Zeit backen wir von April bis Oktober. Es ist für uns Frauen (und ein tatkräftiger Mann) selbstverständlich, dass wir diese Arbeit ehrenamtlich tun.
Was macht Ihnen besonders viel Freude?
Es macht mir immer wieder Freude, wenn wir als Backesgruppe von Grundschulen gefragt werden, ob wir mit den Kindern Brotbacken können. In diesem Jahr wird die Grundschule Burbach 100 Jahre und da ist es für uns selbstverständlich, dass wir den Kindern altes Brauchtum vorleben. Wir werden mit den Kindern Brotbachen (natürlich auch Pizza) und mit einer Klasse in den Hauberg gehen und Schanzen fertigen. Die Kinder sind mit solch einer Freude dabei, dass es uns immer wieder bestärkt, dieses Ehrenamt zu übernehmen.
Backen im Backes erfordert viel Vorbereitung. Schanzen binden, etc. Es ist eine gute Teamleistung oder?
Natürlich könnten wir nicht alle diese ehrenamtliche Arbeit leisten, wenn wir im Hintergrund nicht unsere fleißigen Helfer hätten. Waldemar Herr ist immer mit seinem Trecker zur Stelle, wenn es heißt: „Beate, morgen kommst du mit noch zwei Frauen, Albert Scholko hat Schanzen gemacht, ich habe Birken umgehauen und die müssen geholt werden.“ Da gibt es kein Murren, wir sind zur Stelle.
Auch bei zusätzlichen Festen (oder Brote schmieren beim Museumsfest) haben wir keine Schwierigkeiten unsere Freundinnen zu fragen, ob sie uns ehrenamtlich helfen. Sie sind immer für uns da, obwohl sie auch ehrenamtlich schon in anderen Vereinen tätig sind.
Zum Abschluss: Ihr schönstes Erlebnis?
Mein schönstes Erlebnis ist wie immer jedes Jahr sonntagabends nach dem Museumsfest,
nach vier Tagen harter Arbeit, wo auch schon mal gestöhnt und gemeckert wird, in glückliche und zufriedene Gesichter zu schauen. Jeder hat sein Bestes gegeben und wir setzen uns dann mit unseren Familien zusammen (siehe Foto) und es gibt dann Wein und Bier so viel wie jeder Tag. Dann wird erzählt und gelacht und die viele Arbeit schweißt uns immer mehr zusammen.
Wir wissen, dass wir alle ehrenamtlich für den Heimatverein da sind und ich möchte jeden darin bestärken, auch ein Ehrenamt zu übernehmen. Man gewinnt dadurch viele Freunde und fühlt sich bestärkt, dass man Gutes tut. Wie sagen meine Backes Freundinnen: „ Da kommt Mutter Theresa“.
Frau Diehl, danke für das Interview.
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