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13.12.2012

„Global denken und lokal handeln“

Sven Plöger gestern Abend in Burbach

„Global denken und lokal handeln“, brachte es Sven Plöger auf den Punkt und lobte die Aktivitäten der Gemeinde Burbach in Sachen Klimawandel. Gestern (12.12.2012) war der bekannte TV-Moderator und Wetterexperte zu Gast im Siegerland. Im Rahmen der Informationsveranstaltung Ökoprofit referierte der Rheinländer in unterhaltsamer Weise darüber, welche Veränderungen der Klimawandel mit sich bringt und was dagegen getan werden kann. In einem Exkurs ging er auch auf die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende ein. „Hier sind alle gefordert, sich daran zu beteiligen“, appellierte der Meteorologe.

Klima ist nicht Wetter ließ er die rund 120 Zuhörer wissen, die trotz winterlicher Verhältnisse den Weg in die Hickengrundhalle nach Niederdresselndorf gefunden hatten. „Wetter ist der physikalische Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort“, so Plöger „Klima ist die Gesamtheit der Wettererscheinungen
an irgendeinem Ort oder in irgendeiner Region während einer festgelegten Zeitspanne von mindestens 30 Jahren.“ Er stellte dar, dass es schon immer Veränderungen des Klimas gegeben hat. Einziger Unterschied ist die Geschwindigkeit, mit der die Veränderungen vor sich gehen. „Mit unserem heutigen Lebensstandard verbrauchen wir etwa anderthalb mal so viele Ressourcen, wie die Erde durch ihre eigene Kraft nachproduzieren kann.“ Bis 2050, so sehen es die Prognosen des „Global footprint“ vor, wird der Verbrauch etwa 2 ¼ mal so hoch sein. Jetzt müssten Verhaltensänderungen anfangen und das Bewusstsein für das geschärft werden, was in den nächsten Jahren noch passiert, machte Sven Plöger deutlich.

Und er richtete den Fokus auf die erneuerbaren Energien. Dies insbesondere von dem Hintergrund der Energiewende. „Wir möchten alle gerne den Strom aus der Steckdose beziehen“, formulierte Plöger. „Wichtig ist dann aber auch das Verständnis dafür, dass die zukünftige Energie durch anderen Energieträger wie Wind oder Sonne und mit den notwendigen baulichen Anlagen erzeugt wird.“ Plöger warb hier für eine breite Beteiligung und Einbeziehung der Bürger, um eine Identifikation zu schaffen. Und welches Potenzial erneuerbare Energien bieten, insbesondere die Sonne, war beeindruckend. „Die Sonne liefert rund 5810mal so viel Energie, wie die Menschen 2007 auf der Erde verbraucht haben.“

Das Burbacher Förderprogramm „LebensWerte Dörfer“, das Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers in seiner Begrüßung kurz vorstellte, zielt genau in die Richtung, die Sven Plöger in seinem Vortrag ebenfalls nicht aussparte. „Energieeffizienz ist bei der Energiewende ebenfalls ein beachtlicher Faktor“, zeigte der Wetterexperte auf. „68 % der Wohngebäude in Deutschland sind vor 1979 gebaut worden. Durch eine Sanierung der Gebäude könnten auf einen Schlag 700 Terrawatt eingespart werden“, so Sven Plöger. Die Gemeinde Burbach fördert unter anderem die energetische Sanierung von Wohngebäuden aus ihrem kommunalen Haushalt. Jährlich stehen 50.000 € bereit. „Pro 1 € Fördermittel werden etwa 40 € privates Invest generiert“, erläuterte Christoph Ewers.

Der Vortrag von Sven Plöger war eingebettet in eine Informationsveranstaltung zum Projekt Ökoprofit. Unternehmen wird bei einer Beteiligung an Ökoprofit eine Beratung ermöglicht, wie unter anderem Energie eingespart werden kann. Michael Homeyer von B.A.U.M Consult und Drik Grudzinski von der Effizienz Agentur stellten im Detail vor, was die Unternehmen davon erwarten können. Praktische Einblicke in Ökoprofit lieferte Egon Jaksch von der TNT Hauptverwaltung in Troisdorf.

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