Schulsozialpädagogin Michaela Stolz zieht Resümee
Mehr als ein halbes Jahr wirkt sie nun am Burbacher Schulzentrum und ist für die Betreuung von vier Schulen mit über 400 Schülern verantwortlich. Michaela Stolz, Sozialpädagogin aus Wilnsdorf, ist seit Januar Ansprechpartnerin für die Anliegen der Schülerschaft. Doch nicht nur für sie hat junge Frau ein offenes Ohr, wenn etwas nicht stimmt. Auch für Eltern und Lehrer ist die 28-Jährige eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn sich herausstellt, dass irgendwo der Schuh drückt. „Die Lehrer geben mir schon gerne mal einen Hinweis, wenn Sie merken, dass bei einem Schüler nicht alles so rund läuft, wie man es vielleicht sonst gewohnt ist,“ schildert Michaela Stolz. „Ich gehe dann auf den oder die Betroffene zu und versuche zu unterstützen und zu helfen, wenn es Probleme gibt.“ Doch dafür ist ein guter Umgang klare Voraussetzung. „Wichtig ist dafür ein gegenseitiges Vertrauen – dass muss man sich erst mal verdienen“, resümiert die Angestellte des Trägervereins Jetzt e.V., der in Netphen ansässig ist.
Dank des Bildungs- und Teilhabepaketes des Bundes, hieraus werden die Stellen der Schulsozialarbeiter mit gefördert, ist sie nun seit Januar für die Hellertal-, Haupt-, Real- und Gemeinschaftsschule zunächst bis Ende 2013 zuständig. Bevor es in Burbach losging, konnte Michaela Stolz erste Erfahrungen beim Anerkennungsjahr in der Spandauer Schule in Siegen und mehreren Praktika sammeln. Dass das nicht immer nur erfreuliche Seiten hat, wurde leider auch schon deutlich. „Unbekannte Täter haben mein Auto am Schulzentrum mutwillig demoliert“, sagt die Schulsozialarbeiterin in ihrem persönlichen Rückblick auf die zurückliegende Zeit in Burbach.
Und daneben gibt es so manche weitere Entwicklungen, die ihr Kopfzerbrechen bereiten. „Leider ist es so, dass ich auch mit Drogenproblemen beschäftigt bin und Schülergangs ein Thema sind“, berichtet sie offen. „Und Probleme zu Hause sind ein Punkt, der immer wieder dafür sorgt, dass sich Kinder auffällig verhalten.“ Damit alles wieder in die richtige Bahn kommt, liegt ihr der Kontakt zu Eltern und Lehrern sehr am Herzen, da diese wichtige Unterstützer für sie sind. Wert legt sie darauf, dass sie auch als Ansprechpartnerin für Eltern gesehen wird, um bei kritischen Familien- oder Schulfragen Hilfe anzubieten. Und die Kooperation mit anderen Insitutionen wie beispielsweise der Polizei oder der Jugendhilfe sind wichtige Pfeiler in einem weit gesponnenen Netzwerk. „Wichtig ist, dass die Schulsozialarbeit als ein „System im System“ verstanden wird. Deshalb spielt die Zusammenarbeit auch mit außerschulischen Partnern eine wichtige Rolle“.
„Ich sehe meine Aufgabe so, dass ich die Schülerinnen und Schüler in ihrer täglichen Arbeit unterstützen möchte. Dazu gehört auch die Hilfe bei den Hausaufgaben“, so die Sozialpädagogin. „Die Kinder lernt man im Unterricht oder in der Einzelförderung kennen und kann die Arbeit spezifisch danach ausrichten“.
Mit zur Arbeit gehört die Initiierung und Umsetzung von Projekten. „Im ersten Halbjahr sind Buslotsen aus allen vier Schulen von der Polizei ausgebildet worden. Jetzt nach den Ferien geht es in die praktische Arbeit. 23 Kinder aus den Klassen 7 bis 9 wechseln sich ab und koordinieren den Einstieg in die Schulbusse, um Unfälle zu verhindern.“ Freude bereitet ihr auch die Garten-AG, die sie zusammen mit einer Lehrkraft durchführt, um den Schülern die Vielfalt der Natur näherzubringen. Und für die jüngsten Förderschulkinder bietet sie eine Spiele-Arbeitsgemeinschaft an. Für die Zukunft plant sie gemeinsam mit der Leiterin der Gemeinschaftsschule Burbach, Mechthild Ermert-Heinz, ein Betreuungsangebot. Unter der noch nicht ausgereiften Überschrift „Eltern helfen Eltern“ soll eine Ferienbetreuung vornehmlich für die Sommerferien ins Leben gerufen werden. Bei Bedarf könnten dann Eltern ehrenamtlich Schüler für einige Stunden betreuen, wenn zum Beispiel durch eine berufliche Tätigkeit anderer Eltern ein Engpass entsteht und sie sich nicht voll um die Kinder kümmern können. „Ich bin gespannt, wie sich das Projekt entwickelt“, sagt sich Michaela Stolz und freut sich auf die weitere Arbeit am Schulzentrum.
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