Solarpotenzialkataster geht an den Start
Weiterer Baustein im Klimaschutzkonzept der Gemeinde Burbach
Ein weiterer Baustein ist jetzt im Rahmen der Umsetzung des Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzeptes der Gemeinde Burbach umgesetzt worden. Gemeinsam mit der Firma Tetraeder.solar GmbH aus Dortmund wurde ein Solarpotenzialkataster erstellt. Solarpotenzialkataster sind internetgestützte interaktive Karten, auf denen für jedes Gebäude einer Stadt oder Gemeinde verzeichnet ist, wie geeignet es für die Gewinnung von Sonnenenergie ist. Mit Hilfe dieser Karten können Hauseigentümer Informationen zu der Eignung ihres Daches für Photovoltaik und Solarthermie erhalten. Das Solarpotenzialkataster der Gemeinde Burbach bietet unter www.solare-stadt.de/burbach Informationen über die grundsätzliche Eignung von Gebäuden, über die Sonneneinstrahlung auf die jeweiligen Dachflächen und über die geeigneten Teildachflächen.
Insgesamt sind in Burbach rund 8.500 Gebäude untersucht worden. „Unser speziell entwickeltes Simulationsverfahren erlaubt uns, eine erste Empfehlung für den geeigneten Modultyp abgeben zu können“, so der Geschäftsführer der tetraeder.solar, Dr. Stephan Wilforth. Bei der Solarpotenzialanalyse für Burbach wurden ca. 339.600 qm Dachflächen ermittelt, die für die Installation von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie gut geeignet sind, weitere rund 260.000 qm Dachfläche sind für die Installation für Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen geeignet. Das sind rund 84 Fußballfelder nach FIFA-Norm. Insgesamt ergibt sich ein Gesamtpotenzial von rund 40,5 MWp installierbarer Leistung. Unter der Annahme, dass pro kWp rund 800 kWh Leistung generiert werden, ergibt sich eine Jahresleistung von 32.460.000 kWh Strom pro Jahr für Burbach. Mit diesem gewonnen Strom könnten rund 21.600 Menschen versorgt werden, also mehr als das 1,5-fache der Burbacher Bevölkerung.
Bürgermeister Christoph Ewers sieht in dem Kataster einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des Klimas: „Wir haben eine lokale, eine regionale und eine globale Verantwortung für den Klimaschutz. Neben den großen Weichenstellungen auf globaler Ebene sind es die kleinen Maßnahmen vor der Haustür, die in der Summe Wirkung zeigen könnten.“
Die eigens von der Fa, tetraeder.solar entwickelte Software ermöglicht es, die bei den Städten und Gemeinden vorhandenen Daten direkt enzulesen und weitestgehend automatisiert weiterzuverarbeiten. „Dieses – auf reiner Vektordatenverarbeitung basierende – Verfahren
ist sehr effizient“, so Dr. Wilforth. „Das Besondere an unserer Methode ist, das wir die direkte und diffuse Einstrahlung in Abhängigkeit der Verschattung direkt bei der Analyse jeder Teildachfläche berechnen.“
Hierbei wird in einem Arbeitsgang geprüft, ob und – wenn ja – wann eine Teildachfläche im Jahresverlauf verschattet ist. Je nach Ergebnis der Schattenanalyse wird für jeden Simulationszeitpunkt die potenzielle Gesamteinstrahlung aus der Summe der direkten und diffusen Einstrahlung berechnet. In Kombination mit der automatisierten Erkennung und Aggregation geeigneter Dachflächen ist die tetraeder.solar in der Lage, eine valide Schätzung des Potenzials abgeben zu können.
Für Bürgermeister Christoph Ewers ist das Solarpotenzialkataster ein wichtiger weiterer Schritt für die Umsetzung des Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzeptes. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoss in unserer Gemeinde bis zum Jahr 2020, ausgehend vom Basisjahr 1990, um 45 % zu reduzieren. Dazu benötigen wir natürlich die Unterstützung der Burbacher Bevölkerung. Mit Hilfe weiterer effizienterer Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen ist dies möglich. Doch die Voraussetzungen müssen auch passen. Mit Hilfe des Solarpotenzialkatasters kann jetzt jeder prüfen, ob eine entsprechende Anlage für das Dach in Frage kommt.“ Erneuerbare Energien verdrängen konventionelle Energieträger, so dass 700g CO2-Einsparung/kWh angenommen werden können. Demnach könnten durch vollständige Nutzung der Dachflächen jährlich 22.722 t CO2 eingespart werden. Bei 140 g/km PKW-Fahrt würden nach 162.300.000 km Fahrt 22.722 t CO2 ausgestoßen werden.
Die Einrichtung des Solarpotenzialkatasters hat 10.000 € gekostet. Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz hat die Maßnahme mit 80 % gefördert.
Neue Solaranlagen sollen dabei helfen, den CO2-Ausstoss in Burbach weiter zu minimieren. Die Burbacher können jetzt dank des Solarpotenzialkatasters genau abfragen, ob ihr Dach für eine entsprechende Anlage geeignet ist und wenn ja, wie wirtschaftlich sie betrieben kann.
