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20.10.2011

Henning Scherf zu Gast in Burbach

Spannender und unterhaltsamer Abend in der Evangelischen Kirche

„Ich bin der Lange aus Bremen,“ so begrüßte Henning Scherf die Zuhörer persönlich und einzeln jetzt in der evangelischen Kirche am Römer in Burbach. Der langjährige Bremer Bürgermeister war auf Einladung von Christine Sahm, der Seniorenbeauftragen der Gemeinde Burbach, in das südliche Siegerland gekommen, um über seine Ansicht des Älterwerdens vorzutragen. Im Anschluss suchte Henning Scherf das Gespräch mit den Besuchern, um sich auszutauschen und um ihre Einstellung zum Altern zu erfahren.

Seit 24 Jahren lebt Henning Scherf mit seiner Frau in einer Wohngemeinschaft in einem Bremer Stadthaus. Zusammen mit acht anderen Menschen aller Altersgruppen führt die vielleicht etwas ungewöhnliche WG ein respektvolles und auf gegenseitige Hilfe ausgelegtes Leben. „Das ist eine wunderschöne Erfahrung, die wir jeden Tag aufs Neue machen,“ schilderte Scherf seine Sichtweise. „Jeder kann zusammen mit anderen sein, wenn er das möchte, umgekehrt hat jeder seine Rückzugsmöglichkeiten. Feste Abläufe oder Spielregeln gibt es nicht.“

Der 73-jährige hat sich schon frühzeitig Gedanken um das Leben im Alter gemacht. Das war auch der Grund für die Entscheidung, in eine Wohngemeinschaft zu ziehen. „Unsere Kinder sind schon früh von zu Hause weggegangen,“ erzählt der Norddeutsche. „Unser Haus war zu groß und irgendwann sitzt man dann alleine in den vier Wänden. Da lag der Entschluss auf der Hand, andere Wohnformen zu nutzen. Nach vier Jahren Gesprächen haben wir dann den Entschluss zur Wohngemeinschaft in die Tat umgesetzt.“ Scherf brachte seine Begeisterung über diesen Entschluss vortrefflich zum Ausdruck. „Ich kann Sie nur ermuntern, darüber nachzudenken, ob das nicht auch etwas für Sie wäre.“

Doch seine Gedanken zum Altern beziehen sich nicht nur auf das Wohnen. Scherf sieht in der Generation der Älteren auch die Basis für das klassische ehrenamtliche Engagement unserer Gesellschaft. Er rief die Besucher auf, sich einzubringen und darüber nachzudenken, ob und wie man sich für das Allgemeinwohl einsetzen will. „Es gibt für jeden die passende Aufgabe. Geben Sie Ihre Erfahrungen weiter und lassen Sie andere, auch die jüngere Generation, daran teilhaben.“ Scherf schilderte seine Tätigkeiten, für die er nach seiner Zeit als Politiker nun die entsprechenden Freiräume hat. Dazu gehört das wöchentliche Vorlesen in einer Bremer Schule, in die rund 70 % Kinder aus ausländischen Familien gehen. „Ich bin dort als Lesebotschafter unterwegs. Meine Geschichten suche ich mit Freude aus und die Kinder hören mit großer Begeisterung zu. Und es ist hochinteressant, die anderen Kulturen kennen zu lernen und neue Dinge zu erfahren.“

Zum Abschluss appellierte Scherf, dass man sich in die Gesellschaft einbringen und das Leben im Alter aktiv gestalten soll. Nachgelesen werden können seine Ansichten im Übrigen in seinem Buch "Grau ist bunt - Was im Alter möglich ist."

Burbachs stellvertretender Bürgermeister Rudi Georg und der zuständige Fachbereichsleiter Thomas Leyener bedankten sich bei Henning Scherf für den informativen Vortrag und wünschten ihm für seine weitere Tour alles Gute.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Henning Scherf, Bremens Bürgermeister a. D., schilderte jetzt in der ev. Kirche in Burbach seine Eindrücke und Einstellungen zum Älterwerden.

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