Demenz ist Thema im Alter
„Gemeinsam lernen für Menschen mit Demenz“, so lautete der Titel der Auftaktveranstaltung der diesjährigen Burbacher Seniorenthementage unter dem Motto „Früher schon an Später denken“. Und der Auftakt war gelungen: Der reservierte Saal im Bürgerhaus war gefüllt mit Menschen, die sich für das Thema Demenz interessierten. „Ich freue mich sehr, dass das Interesse an dieser Veranstaltung so groß ist,“ so Christine Sahm von der Senioren-Service-Stelle der Gemeinde Burbach.
Als Referentin war Birgitt Braun vom Demenz Servicezentrum Region Südwestfalen im Caritasverband Siegen-Wittgenstein zu Gast. Sie differenzierte anschaulich, auch durch die Unterstützung von Filmen, zwischen im Alter auftretenden Gedächtnisschwierigkeiten und einer Demenzerkrankung. „Demenz kann sich beispielhaft dadurch ausdrücken, dass kurz zurückliegende Ereignisse vergessen oder Gegenstände an völlig untypischen Orten abgelegt werden,“ sagt Birgitt Braun. „Dazu kommen noch weitere Symptome wie zum Beispiel nachlassendes Interesse an der Kontaktpflege oder ein gestörtes Zeitgefühl.“
Um richtig mit einem Erkrankten umzugehen, liegt das besondere Augenmerk auf dem Zugang zum Betroffenen. Eine besondere Rolle spielt dabei die Biografie. Erinnerung an Menschen oder Ereignisse aus länger zurückliegender Zeit sind Klammern, die dabei helfen, den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern. Deshalb spielen nahe stehende Personen, die seit Jahren Kontakte mit dem Betroffenen pflegen, eine wichtige Rolle. Wichtig ist zusätzlich die Erkenntnis, mit der Krankheit leben zu müssen und sich auf eine geänderte Lebenssituation einzustellen.
Birgitt Braun zeigte auf, wie der Lebensalltag ein Stück erleichtert werden kann. Sie stellte dar, dass es wichtig für den Betroffenen ist, einen festen Tagesablauf zu haben und dafür die entsprechende Zeit einzuplanen. Langsames und deutliches Sprechen auf Augenhöhe und mit Blickkontakt trägt ebenfalls dazu bei, den Umgang zu erleichtern.
Als Fazit stellten die Teilnehmer fest, dass Demenz nicht das Problem einzelner ist, sondern eine ganze Gesellschaft mitwachsen muss. Wegschauen ist der falsche Weg, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Menschen immer älter werden und die Zahl der Demenzerkrankten zunehmen wird.
Deshalb gilt, gemeinsam lernen für Menschen mit Demenz in Familie, Freundeskreis, Nachbarschaft, und Verein, um sich gemeinsam den Herausforderungen und Chancen des Älterwerdens zu stellen.
Abgerundet wurde die Auftaktveranstaltung durch einen Büchertisch der Bücherwelt Burbach mit passender Themenliteratur. Außerdem standen Ansprechpartner der Christlichen Seniorenhäuser Lützeln, der Hauskrankenpflege am Puls, des Hauses St. Raphael – von ambulant bis stationär und den Helfenden Händen Burbach zur Verfügung.
Rund um das Thema Demenz informierte jetzt Birgitt Braun vom Demenz Servicezentrum Region Südwestfalen im Caritasverband Siegen-Wittgenstein im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Burbacher Seniorenthementage.
