Haigerbachwehr in Oberdresselndorf gesprengt
Pünktlich um 10.00 Uhr konnten Sprengmeister Jürgen Böcking und sein Team aus Neunkirchen Vollzug melden. Dann hatte sie das Wehr am Haigerbach oberhalb des Zulaufs des Weierbachs in 1000 Brocken zerlegt. Dafür waren rund 1,2 Kilogramm Sprengstoff nötig, den die Herren in fünf dafür gebohrte Löcher vorher eingefüllt hatten. Diese Menge reichte aus, um das über 100 Jahre alte Wehr, das früher der Wiesenbewässerung und der Sohlenstabilisierung gedient hatte, zu sprengen.
Die eigentliche Sprengung blieb jedoch den Besuchern verborgen. Auch die Fische bekamen davon nicht viel mit, wurde doch vorher eine Elektroabfischung durchgeführt. Nach dem Knall zog weißer Rauch durch die Landschaft. Als sich dieser verzogen hatte, kam das Ergebnis zum Vorschein. „Alles hat planmäßig funktioniert,“ so das Fazit des anwesenden Fachpublikums. Die Hälfte des Wehres war entfernt worden und die andere Hälfte entsprechend gelöst.
Zur Sprengung hatten sich die Verantwortlichen der beteiligten Behörden entschieden, da das Wehr im Naturschutzgebiet liegt. Der Einsatz von Maschinen wäre also für die Umwelt, auch aufgrund der schwierigen Erreichbarkeit, kein leichtes Unterfangen geworden und hätte gravierende Schäden hervorgerufen. Außerdem stellt das jetzige Vorgehen eine kostengünstigere Alternative dar.
Insgesamt sind im Haiger- und im Weierbach noch 16 Querbauwerke vorhanden, die im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und des damit einhergehenden Umsetzungsfahrplanes bis 2027 verschwinden sollen. Mit der Sprengung des ersten Wehres hat die Beseitigung also ihren Auftakt gefunden und weitere Aktionen dieser Art werden folgen.
Schauen Sie auch die Fotogalerie und das Video an.
Eine Seite des Wehres wurde wie geplant am Samstag fachmännisch weggesprengt.
