Grabfeld für Fehl- und Totgeburten
Eltern freuen sich über die Geburt ihres Kindes. Leider schreibt das Schicksal manchmal jedoch auch eine andere Geschichte und eine Schwangerschaft endet mit einer Fehl- oder Totgeburt. Betroffenen Eltern aus allen Dörfern der Gemeinde Burbach wird die Möglichkeit gegeben, in einem würdigen Rahmen Abschied zu nehmen und ihre verstorbenen Nachkömmlinge zu bestatten. Dazu ist in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Arbeitskreis auf dem Friedhof in Holzhausen ein Grabfeld für Fehl- und Totgeburten angelegt worden, um dem Anliegen der Eltern zu entsprechen. Eine dem Anlass gestaltete Steinfigur steht als Symbol der Trauer am Grabfeld.
Der Anstoß für die Einrichtung liegt in den Bestattungsregelungen begründet. Totgeborene Kinder, die über 500 Gramm wiegen, unterliegen der Bestattungspflicht. Sie können auf öffentlichen Friedhöfen beigesetzt werden und bekommen ein eigenes Grab. Eltern, Geschwistern und Angehörigen bietet sich dadurch ein konkreter Ort zur Trauer, zum Abschiednehmen und zum Erinnern. Diese Möglichkeit haben Eltern bei Tot- oder Fehlgeburten unter 500 Gramm Gewicht nicht, was für viele belastend ist. Mit dem Grabfeld in Holzhausen ist es nun möglich, auch in solchen Lebenssituationen einen Ort des Gedenkens und Erinnerns zu haben.
Das Bestattungshaus Sahm hat sich bereit erklärt, die Bestattung unter Beteiligung eines Pfarrers oder Seelsorgers durchzuführen.
Charlotte Fischer, die Hauptinitiatorin, erntete mit ihrem Anliegen, eine Stelle des Abschiednehmens zu errichten, Zustimmung bei den Verantwortlichen in politischer und kirchlicher Gemeinde. So waren bei der Einweihungsfeier auch die Vertreter beider Konfessionen anwesend, Pfarrer Rainer Heuschneider für die evangelische Kirche und Pfarrer Hans-Rudolf Pietzonka als katholischer Geistlicher, um das Grabfeld und die Skulptur zu segnen.
Bürgermeister Christoph Ewers hält es für wichtig, dass auch Familien in solchen Situationen eine Möglichkeit des Gedenkens gegeben wird: „Die Menschen in den Familien haben das Bedürfnis, einen Ort zu besuchen, um zu trauern und innerliche Ruhe zu finden.“
Die Skulptur wurde durch die Fa. Länge in Siegen gefertigt und durch private wie öffentliche Spenden finanziert. Ebenso die beiden Bänke an der Gedenkstätte.
Im Rahmen einer kleine Gedenkfeier wurde jetzt auf dem Friedhof ein Grabfeld für Tot- und Fehlgeburten eingeweiht. Mittelpunkt ist die Steinskulptur Frau mit Kind.
