Senioren-Rap im Heimhoftheater
Das SeniorenTheaterSiegen hat mit seiner neuen Produktion „Die Siegener Stadtmusikanten (B-Mannschaft)“ das Heimhoftheater am vergangenen Donnerstagnachmittag fast gänzlich gefüllt und mit seinen witzig-spritzigen Musikeinlagen das Publikum in Schwung gehalten.
Bedenkt man, dass zwei der Teilnehmerinnen 80 sind, eine 82 und eine 85, denkt man eher an Beschauliches. Aber nein, sie rappen, dass der Bühnenboden schwingt und sie karikieren und persiflieren Geschichten, die das Leben schreibt. Fünf Tiere will die bösen Bäuerin Gunda Hackschnitzel verwursten, weil sie nichts mehr taugen. „Aber nicht mit mir!“ schreit Gallus Hinkel, der schlaue Hahn, der nicht mehr pünktlich kräht und die Vielweiberei satt hat! Auch ein Besuch bei der Ärztin Dr. Gisela Mahlzahn, die ihr teuer erworbenes bio-elektronisches-magnet-spezial-pieps Gerät gewinnbringend einsetzen will, bringt nicht die erwartete Hilfe. Entweder eine nicht gerade billige Behandlung mit dem Pieps-Gerät (wer kann sich die schon leisten?!) oder eine Operation. Nein, die Behandlungskosten im Krankenhaus werden leider nicht gesenkt, wenn Sie ihr eigenes Werkzeug – sprich Hammer, Säge und Meißel – mitbringen! Die vielen Lacher im Publikum ließen vermuten, dass viele ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema Gesundheit widergespiegelt sahen.
Der ausgemusterten Jolanthe Urig - dänisches Edelschwein - wurde von der Krankenkasse keine Kur bewilligt (Eine Kur mit 85? Da hilft doch sowieso nichts mehr!) Bei der Abzock-Bank bekam die Katze Minka von Mausbach nur einen Kredit zu Wucherzinsen (3% in der Woche)und die Politikerin Frau Schnorrenberg – mit der Versicherungsbranche verbandelt – bot eine Zusatzversicherung zur zusätzlichen Zusatzversicherung an: „Mit 150 € monatlich können Sie sich das Pflegepersonal selbst aussuchen!“ Beim Amt für Aus-Fort-Weiter-und Ein-Bildung konnte Frau Malochak auch keine passende Umschulung anbieten. So waren alle Tiere auf sich selbst gestellt. Ein Glücksfall, dass Walburga, die alte Magd der Gunda Hackschnitzel einen Bauernhof geerbt hatte. Man traf sich, richtete sich ein und beschloss die gesanglichen und tänzerischen Fähigkeiten zu nutzen um in Siegen ein wenig Geld als Straßenmusikant zu verdienen.
Doch als die Räuber kommen – die Banker, Krankenkassenvorstände und Politiker - und sich den Bauernhof unter den Nagel reißen wollen, sind sie nicht mehr zu bremsen. Ihre Forderung: Geben Sie uns das geraubte Geld wieder, sonst kommen Ihre fiesen Machenschaften und Betrügereien in die Presse! Zähneknirschend unterschreiben die Räuber den Scheck mit dem Betrag „ALLES“ und verkrümeln sich. Doch das Volk der Tiere singt noch einmal zusammen mit dem Publikum, das begeistert der spannenden und witzigen Geschichte der fünf Stadtmusikanten gefolgt war.
Ein gelungener Nachmittag für Alt und Jung im Heimhoftheater!
