Karl-Willi Ginsberg ist ehrenamtlich aktiv
Fahrer des Bürgerbusses Burbach seit 2006 mit dabei
Es ist morgens um 7.23 Uhr. Es regnet und ist noch dunkel. Der Bürgerbus fährt planmäßig vor und am Steuer sitzt Karl-Willi Ginsberg. Er ist einer von derzeit 26 ehrenamtlichen Fahrern des Bürgerbusses in Burbach. Heute nimmt er mich mit auf seine Vormittagsschicht. Ich treffe auf einen gut gelaunten und fröhlichen Mann, dem die Leidenschaft ins Gesicht geschrieben steht. Rund drei bis vier Mal sitzt er monatlich am Steuer und dreht seine Runden durch Burbach und die angeschlossenen Ortsteile.
Karl-Willi Ginsberg übernimmt Verantwortung. Verantwortung für das Gemeinwohl und natürlich Verantwortung für die Menschen, die auf seiner Tour einsteigen und mitfahren. Deshalb ist es für ihn selbstverständlich, dass er vor Fahrtbeginn den Bus durchcheckt. „Bevor ich losfahre wird nach dem Licht geschaut und der Kühlmittel- und Ölstand überprüft. Außerdem teste ich die Türe, die macht schon mal Probleme. Dann muss die Kasse eingebaut und die Fahrtanzeige entsprechend programmiert werden.“ Besonderen Wert legt er auch auf das Erscheinungsbild des Busses. „Die Leute sollen sich gut aufgehoben und wohl fühlen, deshalb leere ich zwischendurch die Aschenbecher, lese Papierchen auf und fege auch mal eben durch.“
Pünktlich haben wir die Starthaltestelle am Rathaus verlassen. Die erste Tour ist der Ortsverkehr durch Burbach. Noch fahren wir alleine durch Burbach. Das gibt Zeit zum Erzählen. „Ich fahre vom ersten Tag an“, sagt der 69jährige. „Als 2006 die Idee aufkam, so einen Bus einzurichten, habe ich mich bei der Gemeinde gemeldet und gesagt, dass ich gerne mitmachen möchte. Und dann hat es alles seinen Lauf genommen.“ Ginsberg musste, wie die anderen Fahrer auch, zum Gesundheitscheck und einen Personenbeförderungsschein beantragen, damit er fahren durfte. Und dann war es soweit: Im August 2007 nahm der Bürgerbus in Burbach seinen Betrieb auf und Karl-Willi Ginsberg war mit dabei. Und heute immer noch.
„Das war eine sehr gute Entscheidung mitzumachen“, formuliert der Wahlbacher. „Jeden Tag begegnet man netten Leuten und man hört die neuesten Nachrichten aus Burbach. Der Kontakt zu den Menschen in der Gemeinde ist für mich besonders wichtig.“ Mittlerweile kennt man sich und so ist es nicht verwunderlich, dass im Laufe der Zeit viele Fahrgäste längst zu guten Bekannten geworden sind. Das zeigt sich, als der Bus Würgendorf erreicht und an der ersten Haltestelle Fahrgäste zusteigen, um ihre Termine in Burbach wahrzunehmen.
Unter Ihnen ist auch Helga Fries. Sie ist dankbar dafür, dass es Menschen gibt, die sich bereit erklären, ihre Freizeit für andere herzugeben. „Ohne die Fahrer gäbe es den Bürgerbus nicht“.
Auf die Frage, welche Fähigkeiten man mitbringen sollte, um Bürgerbus zu fahren, fallen Karl-Willi Ginsberg gleich mehrere Antworten ein: „Es muss einem am Herzen liegen, mit anderen Menschen umzugehen und sich auf sie einzustellen, Kontaktfreude darf nicht zu kurz kommen und natürlich auch die richtige Einstellung zum Service. Das heißt, ein „Guten Morgen“ und ein „Auf Wiedersehen“ sollte man schon parat haben. Die Freundlichkeit spielt eine wichtige Rolle, denn als Fahrer bin ich das Aushängeschild des Bürgerbusvereins“, erklärt der ehemalige Berufskraftfahrer.
Die nächste Fahrt geht auf die Lippe. An den Haltestellen stehen die Fahrgäste bereit und warten, dass sich die Türe öffnet. „Bitte zum Siegerland-Flughafen“, heißt es. Eigentlich keine offizielle Haltestelle, doch wir drehen die Extratour. „Solche Ausnahmen gehören schon mal zum Service, gerade bei so einem Wetter, genauso wie die Hilfe beim Ein- und Aussteigen.
Wir fahren wieder in den Eicher Weg. Dort ist für mich Schluss. Ich verabschiede mich von Karl-Willi Ginsberg und habe noch die Frage, warum er ehrenamtlich aktiv ist. Die Antwort ist einfach: „Ich engagiere mich ehrenamtlich, weil es mir Spaß und Freude bereitet, mich für andere einzusetzen“, sagt es, stellt die Anzeige um und startet zur nächsten Fahrt.
So wie Karl-Willi Ginsberg gibt es viele Menschen in Burbach, die sich freiwillig engagieren und in den Dienst der Sache stellen. Diesen Menschen widmet sich jetzt die Reihe „Ehrenamt? Aber sicher!“ in den kommenden Ausgaben von Burbach informiert. Ohne ihren Einsatz wären manche Angebote, Einrichtungen und Institutionen nicht denkbar.
Kontakt
- Rathaus -
Eicher Weg 13
57299 Burbach
Telefon: 02736 45-0
Fax: 02736 45-55
E-Mail oder Kontaktformular
