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21.10.2019

»Archäologie zur Eisengewinnung von der Keltenzeit bis in das Hohe Mittelalter im Raum Burbach«

Vortrag von und mit Dr. Manuel Zeiler (LWL)

Viele Gäste kamen jetzt zum Vortrag des Archäologen Dr. Manuel Zeiler. Burbach stand im Mittelpunkt der „Archäologie zur Eisengewinnung von der Keltenzeit bis in das Hohe Mittelalter“. Das Thema fand das Interesse des Publikums, das ins Bürgerhaus Burbach strömte. Stühle mussten noch nachgestellt werden, alle fanden Platz. Der Vortrag wurde vom Kulturbüro im Rahmen 800 Jahre Burbach organisiert.

Zunächst konnte eine kleine Ausstellung von Gerhard Gläser bewundert werden. Bodenfunde aus dem Buchhellertal und Mischebachtal von der keltischen Zeit bis in die Neuzeit wurden ausgestellt in Form von Scherben, Werkzeugen und Schmuckgegenständen aus Burbach. Gerhard Gläser ist der Heimatforscher für den Raum Burbach. Er hat unzählige Funde gemacht, und sie der archäologischen Denkmalpflege gemeldet. Für das Siegerland ist Dr. Manuel Zeiler zuständig.

Dr. Zeiler, Forscher durch und durch, hielt seinen Vortrag frei! Mittlerweile ist dies zur Seltenheit geworden. Er ist ein Schnellsprecher, der ungeteilte Aufmerksamkeit braucht, um verstanden zu werden. Dies war in Burbach gegeben. Das sehr aufmerksame Publikum hing quasi an seinen Lippen, um nichts zu verpassen. Im gesamten Siegerland war das Aufkommen von Eisenerz von allergrößter Bedeutung.

Es ist nicht vorstellbar, dass in der vorrömischen Zeit das Siegerland besiedelt worden wäre, wenn nicht die keltischen Fürsten (Sitz in den Wallburgen) ihre Untertanen aus dem Hessen ins Siegerland geschickt hätten, um Erzbrocken zu sammeln und diese in Rennöfen zu verhütten. Aus unerfindlichen Gründen brach dann die Besiedlung um Christi Geburt ab. Im Verlauf der fränkischen Besiedlung aus dem hessischen Raum – um 800 n. Chr. – sind wieder Fachleute ins Siegerland geschickt worden, die die Verhüttung von Erzen bei Null wieder anfangen mussten. Die Technik der fränkischen Hüttenleute war anders, sie verhütteten in sogenannten Schachtöfen (die keltischen Öfen sind sogenannte Kuppelöfen). Auf die Rennofentechnik baute die Technik von steinernen Hochöfen auf, die zunächst mit Holzkohle betrieben wurden, später mit Koks. Nach neuesten Ergebnissen, so Dr. Zeiler, wurden die keltischen Öfen nur mit Holz betrieben, die Verkohlung fand im Rennofen statt.

In den mittelalterlichen Öfen wurde die Holzkohle in sogenannten Grubenmeilern hergestellt und dann in den Rennöfen verwendet. Man muss die heutige Industrieregion Siegerland zurückführen auf die Entwicklung von der Eisenzeit über das Mittelalter in die Neuzeit. Heutzutage gibt es immer noch viele siegerländer Industriezweige, die ihren Ursprung in der Eisenindustrie haben.

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