Hilfsnavigation
Volltextsuche
Mediathek
YekoPhotoStudio  
© YekoPhotoStudio 
Mediathek
Seiteninhalt
18.02.2026

Jahresempfang der Gemeinde in der Hickengrundhalle

Eine Bühne für das Ehrenamt

gb Niederdresselndorf. „Dieser Abend ist Ihnen gewidmet“, er ist ein „Zeichen der Wertschätzung und des Respekts.“ Heide Heinecke-Henrich, Burbachs 1. stellvertretende Bürgermeisterin, brachte die Idee des Jahresempfangs in ihrer Begrüßung auf den Punkt. Seit vielen Jahren bringt die Gemeindeverwaltung dem Ehrenamt in dieser Veranstaltung ihren Dank zum Ausdruck. Das bleibt auch unter dem neuen Bürgermeister Jonas Becker so. Für ihn war die Rolle als Gastgeber in der Hickengrundhalle in Niederdresselndorf eine Premiere – eine von vielen in den vergangenen Wochen. Das erste Wort überließ er jedoch, der Tradition folgend, seiner Stellvertreterin. Heide Heinecke-Henrich betonte, „das Fundament des gesellschaftlichen Zusammenlebens [...] sind die Menschen, die freiwillig Verantwortung übernehmen, die Zeit schenken, zuhören, anpacken und helfen“. In Burbach lebten in allen Dörfern viele Menschen, die einen solchen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt beitrügen.

Pastor Felix Gerlach von der EFG Hickengrund näherte sich dem Thema Ehrenamt über das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Matthäus 20,1-16), in dem Jesus von einem Weinbergbesitzer erzählt, der über den Tag verteilt immer wieder neue Arbeitende anwirbt und ihnen allen am Abend den gleichen Lohn bezahlt, obwohl sie unterschiedlich lange gearbeitet hatten. Das Gleichnis illustriert Gottes großzügige Gnade, die die menschliche Vorstellung von Leistungsgerechtigkeit übersteigt. Und Pastor Gerlach stellte sich das Gleichnis fortsetzend vor, wie nach der Lohnauszahlung weitere Menschen zum Weinbergbesitzer gekommen seien, um freiwillig und ohne Lohn zu arbeiten. Das seien für ihn die ehrenamtlich Engagierten: Ehrenamtler arbeiteten nicht für Geld, sondern „weil sie es auf dem Herzen haben“.

Mit Blick in die gut gefüllte Hickengrundhalle durfte auch Bürgermeister Jonas Becker feststellen, dass in Burbach die Zahl derer, die Engagement auf und in ihrem Herzen haben, die mit Tatkraft und Herzblut die Gemeinde nach vorne bringen, in der Gemeinde weiterhin groß ist. Er zitierte John F. Kennedy: „Einen Vorsprung hat, wer da anpackt, wo andere erst einmal reden.“ Der Satz so, Jonas Becker, sage viel über Burbach aus, „über unsere Gesellschaft, und vor allem über Sie“. Vorsprung sei in diesem Zusammenhang nicht im Sinne eines Wettkampfes zu verstehen, „sondern im Sinne von Entwicklung, im Sinne von Zukunft“.

Und worin liege das Anpacken? „Anpacken“, so die Interpretation des Bürgermeisters, „heißt: Nicht wegzuschauen, wenn Hilfe gebraucht wird; nicht zu warten, bis jemand anderes zuständig ist; nicht zu sagen: ,Da müsste mal jemand…‘, sondern zu sagen: ,Ich kümmere mich.‘ Anpacken heißt, Stühle zu schleppen, wenn ein Fest vorbereitet wird. Anpacken heißt, Proben zu organisieren, Trainings zu leiten, Gruppen zu begleiten. Anpacken heißt, zuzuhören, zu trösten, Mut zu machen. Anpacken heißt, Einsatzkleidung anzuziehen, wenn andere schlafen.“ Dieses Anpacken geschehe oft leise, ohne Bühne und ohne Applaus.

"Anpacken heißt, Stühle zu schleppen, wenn ein Fest vorbereitet wird. Anpacken heißt, Proben zu organisieren, Trainings zu leiten, Gruppen zu begleiten. Anpacken heißt, zuzuhören, zu trösten, Mut zu machen. Anpacken heißt, Einsatzkleidung anzuziehen, wenn andere schlafen."

(Bürgermeister Jonas Becker)

Zum Abschluss seiner ersten Ansprache beim Jahresempfang wünschte sich Jonas Becker, „dass wir junge Menschen dafür begeistern, Verantwortung zu übernehmen. Dass wir Ehrenamt unterstützen, wertschätzen und weiterentwickeln. Und dass wir als Gemeinde gute Rahmenbedingungen schaffen, damit Engagement möglich bleibt.“

Zu den Möglichkeiten, diese Rahmenbedingungen zu schaffen oder zu verbessern, konnte Stefanie Schmidt einiges erzählen. Die Regionalmanagerin stellte nicht nur die LEADER-Region 3-Länder-Eck vor, zu der sich die Gemeinden Burbach, Neunkirchen und Wilnsdorf zusammengeschlossen haben, sondern auch das europäische Förderprogramm, das dahintersteht. Hier haben unter anderem Vereine die Chance, Projekte mit bis zu 250.000 Euro fördern zu lassen. Auch, dass es mit der Kleinprojektförderung eine gute Alternative für kleinere Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von bis zu 20.000 Euro (max. Förderung 16.000 Euro) gibt, berichtete sie.

Abschließend gehörte die Bühne einigen Ehrenamtlern, die sich um das Gemeinwohl und um ihre Heimat verdient gemacht haben. So ging der dritte Platz des Heimat-Preises 2025, dotiert mit 1.000 Euro, an den CVJM Burbach für seine Kinder- und Jugendfreizeiten. Platz zwei, und somit 1.500 Euro, empfing die Waldgenossenschaft Burbach für ihr nachhaltiges Bejagungskonzept. Das Preisgeld stecken die Waldfreunde in den neuen Verjüngungspfad an der Gambach. Wie im Vorjahr, bedachte die Jury – der Ausschuss für Umwelt, Klima und Dorfentwicklung – den Heimatverein Würgendorf erneut mit dem ersten Platz. Nachdem 2024 das Projekt Erlenweiher überzeugte, war es diesmal die Gründung einer Heimatverein-Jugendgruppe, für die es 2.500 Euro Preisgeld gab.

Die Ehrenmedaille in Silber der Gemeinde Burbach wurde in diesem Jahr Volker Greis aus Niederdresselndorf verliehen. Über 50 Jahre ehrenamtliches Engagement im TV Dresselndorf stehen in seiner Vita; ein Großteil dieser Zeit hat er Vorstandsarbeit in unterschiedlichen Funktionen geleistet, nicht zuletzt hat er den Verein für einige Jahre als kommissarischer 1. Vorsitzender geleitet. Darüber hinaus war und ist er bis heute in weiteren örtlichen Vereinen aktiv. Der Gemeinderat hatte die Verleihung der Ehrenmedaille im vergangenen Dezember beschlossen. Der Jahresempfang bot nun für die Durchführung den passenden und würdigen Rahmen.

Apropos Rahmen. Musikalisch wurde der Abend vom MGV 1897 Oberdresselndorf unter der Leitung von Musikdirektor Kai Uwe Schöler begleitet und gestaltet – ehrenamtlich, versteht sich. Nach „Hab‘ oft im Kreise der Lieben“ von Friedrich Sichler auf das Gedicht von Adelbert von Chamisso und dem unter den Sklaven des 19. Jahrhunderts populären Spiritual „Roll, Jordan, roll“ von Isaac Watts in einem ersten Liedvortrag, folgten in einem zweiten Block „Der Fliegermarsch“ aus „Der fliegende Rittmeister“ von Herman Dostal und abschließend die Chorinterpretation von Josh Grobans gefühlvollem „You raise me up“.

Seinen Dank richtete Bürgermeister Jonas Becker nicht nur an die gut 30 Sänger des MGV, sondern auch an die Mitglieder des Heimatvereins Niederdresselndorf, die sich erneut bereiterklärt hatten, den Thekendienst zu übernehmen: Ehrenamtler im Einsatz für das Ehrenamt.

Kontakt

Gemeinde Burbach »
Pressestelle
Eicher Weg 13
57299 Burbach

Telefon: 02736 45-22
Fax: 02736 45-9922
E-Mail oder Kontaktformular
nach obenSeite drucken