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22.11.2022

Internationale Krippenausstellung in der Alten Vogtei beginnt am Donnerstag

Eine „Weltreise“ mit dem Kindlein in der Krippe vom 24. November bis 23. Dezember

gb Burbach. Zu einer kleinen Weltreise können nun die Besucherinnen und Besucher in der Alten Vogtei in Burbach aufbrechen. Dafür müssen sie das historische Amtshaus nicht einmal verlassen. Ab dem 24. November bis 23. Dezember führt die Internationale Krippenausstellung von Andreas Balzer Interessierte über ganz verschiedenartige Darstellungen der Geburt Jesu in ferne Länder – vom Westerwald bis Südamerika, von Tirol bis Afrika und vom Erzgebirge nach Polen.

Rund 20 ausgewählte Exponate zeigt Andreas Balzer in der Alten Vogtei. Ein Schwerpunkt liegt auf Darstellungen aus Südamerika: aus Peru, Lima, Ecuador. Krippen ließen sich immer auch unter dem Aspekt der „Volkskunst“ betrachten, sagt der 65-Jährige. Für die südamerikanischen Länder seien beispielweise die bunten Farben typisch. Die aus Tansania (Afrika) stammenden Krippen hingegen lassen jegliche Farbe vermissen, die Figuren und Szenerien, kunstvoll aus Ebenholz geschnitzt, bleiben schwarz mit wenigen Ausnahmen, wie etwa den Stern, der auch mal weiß abgesetzt ist. Als „naive Kunst“ beschreibt der Dillenburger die polnischen Krippen seiner Ausstellung – und meint dies überhaupt nicht abwertend. Im Gegenteil: Die etwas überdimensionierten Köpfe, die großen Augen – diese eigentümlichen Darstellungsformen seien Werke nicht-studierter Künstler und „etwas, das aus der Volksseele entstanden ist“.

Neue Sichtweisen

Andreas Balzer ist quasi berufsbedingt Krippenexperte. 30 Jahre lang führte er einen kunsthandwerklichen Laden in Dillenburg, in dem der Fokus neben Textilien und (früher auch) Teppichen auf Arbeiten aus dem Erzgebirge und eben Krippenfiguren lag. Viele Krippen hat er aus seinem Sortiment ausgewählt; andere Exponate, etwa die aus Südamerika, habe er kürzlich von einer Sammlerin mit Beziehungen nach Niederdresselndorf übernehmen können. Vor allem aus diesem Fundus speise sich das „ausländische Spektrum“ der aktuellen Ausstellung. Er selbst sei weniger Sammler, vielmehr reize ihn die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Krippendarstellungen. In seinen Arrangements erlaubt er sich, Neues auszuprobieren, andere Sichtweisen und Zugänge zu kreieren. In der Vergangenheit hat er mit diesem Ansatz schon thematische Krippen-Wege realisiert.

Im Kontext der eigenen Lebenswirklichkeit

Wie unterschiedlich sich die Menschen auf der ganzen Welt die Weihnachtsgeschichten im besten Sinne „zu eigen machen“, zeigt bereits der kleine Ausschnitt, den diese Ausstellung abbildet. Die meisten Exponate dokumentieren das Bestreben, die Geburt Jesu vor mehr als 2000 Jahren in die eigene Lebenswirklichkeit zu transportieren. So werden beispielsweise die Heilige Familie, die Hirten und Könige beim ersten Exponat im Eingangsbereich der Alten Vogtei in alpenländischen Trachten dargestellt. Die aufwendige, lebensecht wirkende Szene in einer raumeinnehmenden Vitrine, die Andreas Balzer u.a. aus vier Fenstern gezimmert hat, ist sicher der Höhepunkt der Ausstellung.

Moderne Kunst aus dem Erzgebirge

Dagegen setzt der gelernte Raumausstatter mit modernen, ja minimalistisch wirkenden Werken von jungen Künstlern aus dem Erzgebirge bewusst Kontrapunkte, die in ihrer Schlichtheit so gar nicht zu den traditionellen Arbeiten zu passen scheinen, mit der man diese Region verbindet. Denn moderne Krippenbauer wie Björn Köhler richten den Blick auf das Wesentliche – „Ähnlich wie beim Bauhaus“, zieht Andreas Balzer einen Vergleich zur Architektur – und betonen ihre Konzentration auf den inhaltlichen Kern durch eine exquisite Holzverarbeitung. Wer klassische Darstellungen bevorzug, dem mag eine Südtiroler Krippe wohl eher zusagen, die ebenfalls Teil der Ausstellung ist.

Lokalkolorit erhält die Ausstellung schließlich durch eine tonglasierte Krippe aus dem nahen Kannenbäckerland. Die verwendete Westerwälder Verzierungstechnik und die Art der Bemalung erinnerten an Keramiktöpfe, so Andreas Balzer.

Objekt der Kindheitserinnerungen

Angesichts einer solchen Vielfalt bleibt die Frage, was für eine Krippe baut der Experte bei sich zu Hause Weihnachten unter dem Tannenbaum auf? „Eine ganz klassische bayerische Krippe. Die habe ich von meinen Eltern übernommen“, verrät Andreas Balzer. Für ihn verbänden sich – wie für viele andere Menschen auch, wie er festgestellt habe – gerade mit der Krippe viele Kindheitserinnerungen. „Ich weiß noch, dass meine Eltern Jahr für Jahr eine Figur dazugekauft haben und wir immer gespannt waren, welche es wohl diesmal sein wird.“ Solche Traditionen würden in vielen Familien gepflegt, so seine Erfahrung. Weihnachten ist eben nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch der Traditionen.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die internationale Krippenausstellung in der Alten Vogtei in Burbach kann noch bis 23. Dezember 2022 besucht werden. Die Ausstellungszeiten sind analog zu den Öffnungszeiten der Alten Vogtei, Ginnerbach 2 in 57299 Burbach, werktags von 9 bis 16 Uhr (mittwochs und samstags geschlossen) und sonntags von 14 bis 18 Uhr. An den Ausstellungssonntagen sowie an beiden Tagen des Weihnachtsmarktes am 3. und 4. Dezember ist Andreas Balzer vor Ort und freut sich, mit interessierten Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist frei.

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57299 Burbach

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