Impulsvortrag über Arbeit, Familie und die Frage, wer eigentlich alles trägt
Vereinbarkeit war nie das Ziel
kreis Siegen-Wittgenstein. Würden Frauen in Deutschland bis zum 27. Februar 2026 unbezahlt arbeiten, würden sie rechnerisch gesehen für das verbleibende Jahr gleich viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Um auf diese geschlechtsspezifische Lohnlücke (Gender Pay Gap) aufmerksam zu machen, findet an diesem Tag der Equal Pay Day statt. Der Gender Pay Gap hat Auswirkungen auf das gesamte Leben – von Rollenbildern in der Kindheit über Berufswahl und Familiengründung bis hin zu weiblicher Altersarmut.
Doch nicht nur beim Lohn gibt es nach wie vor geschlechtsspezifische Unterschiede. Zwischen Erwerbsarbeit, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Mental Load und Beziehungspflege bleibt eine zentrale Frage oft unbeantwortet: Warum ist Verantwortung in unserer Gesellschaft noch immer so ungleich verteilt?
Mit solchen Fragen beschäftigt sich der Impulsvortrag „Vereinbarkeit war nie das Ziel – Wie wir Arbeit, Familie und Fairness neu denken müssen“, der am Freitag, 27. Februar 2026, um 19:00 Uhr im Kulturhaus Lÿz (St.-Johann-Str. 18, 57074 Siegen) stattfindet. Veranstalterin ist die Gleichstellungsstelle des Kreises Siegen-Wittgenstein. Gleichstellungsbeauftragte Olga Becker betont: „Vereinbarkeit darf nicht länger bedeuten, dass Frauen die Hauptlast von Erwerbs- und Sorgearbeit tragen. Echte Gleichstellung erreichen wir nur, wenn Verantwortung in Familie, Arbeitswelt und Gesellschaft fair verteilt wird. Das ist keine reine Frauenthematik – es betrifft uns alle und kann nur gemeinsam gelingen.“
Referentin Juliane Schreiber ist Family-Career-Beraterin, Vereinbarkeits-Content-Creatorin und Gründerin eines deutschlandweiten Business-Netzwerks für berufstätige Mütter. In ihrem Vortrag zeigt sie auf, warum „Vereinbarkeit“ häufig nicht Entlastung, sondern zusätzliche Anforderungen bedeutet – insbesondere für Frauen. Sie macht deutlich, wie Erwerbs- und Sorgearbeit in einem widersprüchlichen System organisiert sind, das von traditionellen Rollenbildern, gesellschaftlichen Erwartungen und modernen Leistungsnormen geprägt ist.
Der Vortrag versteht sich als Impuls zum Umdenken und richtet sich an alle, die sich mit Fragen von Gleichstellung, Arbeit, Familie und Verantwortung auseinandersetzen möchten – unabhängig von Geschlecht oder Lebensmodell. Der Eintritt kostet 10 Euro, wer zu zweit kommt, erhält einen Rabatt und zahlt 15 Euro statt 20 Euro.
Pressebild
Impulsvortrag Vereinbarkeit Juliane Schreiber Plakat 2026 » 101 kB
Kontakt
Pressestelle
Eicher Weg 13
57299 Burbach
Telefon: 02736 45-22
Fax: 02736 45-9922
E-Mail oder Kontaktformular
Dokumente
20260216 Impulsvortrag über Arbeit, Familie und die Frage, wer eigentlich alles trägt (PDF, 319 kB)
