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04.07.2022

"Melli" in den Ruhestand verabschiedet

GMS-Schulleiterin Mechthild Ermert-Heinz scheidet aus dem Schuldienst aus

Burbach. Lange blieb sie tapfer, aber am Ende konnte sie die Tränen doch nicht mehr unterdrücken. Mechthild Ermert-Heinz hat sich im Beisein vieler Kolleginnen und Kollegen, ehemaliger Schülerinnen und Schüler, Freunde und Familienmitglieder in den Ruhestand verabschiedet. In der neuen Aula des Schulzentrums in Burbach sagte die Schulleiterin der Gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach-Neunkirchen nun „Auf wiedersehen!“. Den Schritt in die Pension tritt die 63-Jährige dabei nicht allein an: Ihr Kollege und Ehemann Karl Ernst Ermert beendete ebenfalls seinen Schuldienst. Eingerahmt wurde die Verabschiedung durch zumeist musikalische Beiträge der Schülerschaft und es Kollegiums beider Schulstandorte.

"Einiges gewuppt"

In ihrer Rede zeichnete „Melli“ ihren persönlichen und beruflichen Werdegang selbst nach und dankte nach den jeweiligen Episoden und Stationen den im Publikum anwesenden Wegbegleitern, angefangen bei ihrer Mutter, ihrer Mädchenclique in der Schule, ihren Kindern und deren Tagesmutter bis hin zu Mentoren, Kollegen, ihrem Mann, dem Mensa-Team und vielen anderen Menschen, die in den vergangenen sechs Jahrzehnten ein Stück ihres Lebensweges mitgegangen sind. Ihren Kindern Finn und Nine sagte sie: „Ihr habt den größten Anteil davon, wie ich bin – auch als Lehrerin!“ Mit Blick auf ihre „anderen Kinder“, den Generationen von Schülerinnen und Schülern, sei es ihr fester Wille gewesen, dass es ihnen „in der Schule gutgehen soll“, stellte sie die scheidende Schulleiterin fest. Das habe sich seit ihrem Einstieg in den Schuldienst 1992 bis heute nicht geändert.

2011 übernahm Mechthild Ermert-Heinz nach Stationen an der Realschule Niederdielfen und der Realschule am Hengsberg in Siegen die Aufgabe, die neue Gemeinschaftliche Sekundarschule in Burbach aufzubauen. 2016 kam der zweite Standort in Neunkirchen dazu. „Wir haben einiges gewuppt“, zog sie gewohnt selbstbewusst aber wie immer sympathisch Bilanz. Sie habe stets die Wertschätzung der Gemeinden Burbach und Neunkirchen sowie die Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen gespürt. Die letzten zweieinhalb Jahre seien „hart“ gewesen, gab „Melli“ zu und meinte die Herausforderungen und Einschränkungen während der Pandemie. Hier dankte sie vor allem ihrem erweiterten Schulleitungsteam. „Ich bin beruhigt, weil ich die Schlüssel an Euch weitergeben kann“, sagte sie und überreichte den Angesprochenen große Schlüssel aus Gebäck. Der Zeitpunkt ihres Ruhestandes sei gut und richtig gewählt. Mit der ersten Abschlussklasse am Standort Neunkirchen schließt sich der Kreis. Sie übergebe jetzt eine „komplette Schule“.

"Die richtige Wahl"

Die „richtige Wahl“, so betonte Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers, habe seinerzeit auch die Gemeinde getroffen, als man sich für Mechthild Ermert-Heinz als Schulleiterin entschieden habe. In Burbach wurde damals eine der ersten Gemeinschaftsschulen überhaupt geplant, das „war eine mutige, wegweisende Entscheidung“, zumal die Veränderung der Schullandschaft nicht geräuschlos vonstattenging. Die vier Eingangsklassen teilten sich das Gebäude zunächst noch mit der Realschule. Mechthild Ermert-Heinz sei von Beginn an der Fixpunkt gewesen; gemeinsam mit 13 Kolleginnen und Kollegen kochte sie sogar täglich frisches Essen für die Schülerinnen und Schüler. Mit dem Bau der Mensa 2013 professionalisierte sie die Mittagsversorgung über den Levia-Verein. Sie managte die schwierige Aufgabe der Integration des zweiten Standortes sowie des zweiten Kollegiums in den Schulalltag, „drückte“ den in Arnsberg nicht unbedingt beliebten Gymnasialzweig ab Klasse 7 durch, plante den Erweiterungsbau und die Schulhofneugestaltung mit. Darüber kam gefühlt jedes Jahr ein außergewöhnliches Projekt hinzu, von der Berufsorientierung und dem Markt der Möglichkeiten (Ewers: „Dafür gab und gibt es viel Anerkennung in der Wirtschaft“) bis hin zum Israel-Austausch oder der Schule ohne Rassismus. „Ihr Arbeitspensum und Ihr Erfolg sind sichtbar“, lobte Bürgermeister Christoph Ewers.

„Sie sind der lebende Beweis, dass man auf zwei Hochzeiten tanzen kann“, nahm Neunkirchens Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann den Faden auf. „Und zwar sehr erfolgreich.“ Die Etablierung sowie das stetig wachsende Renommee der jungen Schule und des zweiten Standortes seien kein Selbstläufer gewesen. „Sie haben sich wie eine Löwin für das Herzstück Ihrer Arbeit – die GMS – eingesetzt!“ „Der Schule eilt Ihr Ruf voraus“, sagte er der scheidenden „Architektin“ der GMS. „Hier sind Pädagogen am Werk, die Werte vermitteln!“ Darüber hinaus sei die Schule kein vom Gemeindeleben separierter Trabant gewesen. Die Schulgemeinschaft habe sich bei vielen Aktivitäten in den Orten eingebracht, etwa im Sommeratelier, in der Planungswerkstatt zur Ortsmitte oder zuletzt bei der Abrissparty, zählte Dr. Baumann bezogen auf Neunkirchen einige Beispiele auf.

Große Fusstapfen auf dem "Bildungshügel" hinterlassen

Eine enge und gute Zusammenarbeit, gerade auch während der Pandemie, attestierte Dirk Eickhoff im Namen der Elternvertretung der Schulleiterin. 500 WhatsApp-Nachrichten seien in den vergangenen zweieinhalb Jahren zwischen ihnen hin und her gesendet worden; dazu wurde unzählige Male telefoniert. „Für uns Eltern waren Sie immer da – zu jeder Zeit!“

„Eure Arbeit überzeugt“, stellte Michael Goedecke, Schulleiter der Grundschule Burbach, stellvertretend für die benachbarten Schulen der GMS ein tadelloses Zeugnis aus. „Die Arbeit wird von vielen gemacht.“ Aber die treibende Kraft sei „Melli“ gewesen. „Man findet deine Fußstapfen überall hier oben auf unserem ,Bildungshügel‘. Man merkt, Du hast dein ganzes Herzblut eingebracht.“

Andreas Stelzig, stellvertretender Schulleiter der GMS, machte die Zusammenarbeit mit seiner Chefin an einem entscheidenden Faktor fest: Sie habe maßgeblich Anteil daran, dass das Team der Lehrerinnen und Lehrer eine vollkommene „Wohlfühleinheit“ geworden sei.

Standing ovations

Dezernent Andreas Kremer beteuerte den Anwesenden, „Sie haben so viel Glück gehabt“ mit Mechthild Ermert-Heinz, die er seit 2018 dienstlich begleitete, aber schon länger persönlich kannte. Die (positiven) Eigenschaften seiner Kollegin, die er offiziell mit Urkunde aus dem Schuldienst entließ, fasste er in einem ABC von „A“ wie „authentisch“ bis „Z“ wie „zielstrebig“ zusammen. Unter stehenden Ovationen nahm die Adressatin Lob und Urkunde sowie ein Geschenk des Kollegiums entgegen, wobei ihr schlussendlich doch noch Tränen über die Wangen kullerten.

Apropos Urkunde: Ihrem Mann übergab Mechthild Ermert-Heinz als letzte Diensthandlung persönlich die Entlassungsurkunde – und noch mehr. „Jetzt seht Ihr etwas, das habt Ihr in den vergangenen Jahren noch nie gesehen“, sagte sie und küsste ihren Karl Ernst innig.

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